Fair Use, Open Source und Creative Commons in Deutschland

Chris macht sich da einen Haufen Gedanken zu Fair Use, Open Source und Creative Commons in Deutschland. Aber mal ehrlich: seine Annahmen basieren auf Beispielen, die meiner Meinung nach nicht ganz passen.


Da wäre das Beispiel BSD. Er schreibt vom BSD-Profi, der seinen Einsatz eher auf den englischsprachigen Raum begrenzen muss. Begrenzen? Also ich kann da keine Begrenzung sehen – eine Begrenzung wäre es doch umgekehrt. Und was zu wenig deutschsprachige Nutzer angeht: BSD wird nun mal (leider) seltener eingesetzt als z.B. Linux. Die Ursache dafür ist mit Sicherheit nicht mangelnde Akzeptanz von Open Source Systemen. Man schaue sich doch einfach mal an, welche Server-Systeme man so anmieten kann: Windows, Linux und dann kommt lange nix und erst dann bei einigen Providern (längst nicht bei allen) BSD-Systeme, Mac OS X oder Solaris. Ja, ich rede von den Anbietern, die ihre Rootserver-Angebote regelmäßig in diversen Computer-Zeitungen durch Anzeigen und Beilagen bewerben. Die, die eben auffallen. Und auch der Markanteil von Firefox in Deutschland deutet nun nicht auf eine grundsätzliche Ablehnung von Open Source Software in Deutschland hin. Nein, wirklich nicht.

Um es kurz zu machen: nein, aus dem BSD-Beispiel kann man meiner Meinung nach auf keinen Fall eine grundsätzliche Haltung zu Open Source in Deutschland ableiten.

Da kommt dann das Beispiel mit der Musik. Um genau zu sein zwei Beispiele: einmal die Download-Zahlen CC-lizensierter Musik bei F!XMBR und dann noch das Beispiel eines Gewinnspiels bei F!XMBR. Also was das Gewinnspiel angeht müsste man schon wissen, wie viele Besucher so jeden Tag bei F!XMBR vorbei schauen – vorher kann man das nicht bewerten. Bei jbo-fans.de verlose ich jeden Monat was, z.B. J.B.O.-CDs oder Eintrittskarten. Aber der Anteil der User, die sich dann wirklich die “Mühe” machen eine einfache (Multiple-Choice-)Frage zu beantworten und eine Mail zu schicken liegt bei höchstens 0,1%. Und da liegt es nun sicher nicht daran, dass die Besucher die Musik nicht kennen würden oder eine kostenlose CD ablehnen würden – es ist pure Faulheit! Mir hat tatsächlich jemand gesagt, dass er da keinen Sinn sieht 3 Minuten zu investieren um vielleicht eine CD zu gewinnen – die müsse er ja dann noch rippen und alles – da ginge es schneller mal eben [hier bitte P2P-Software der Wahl eintragen] zu starten und sich die CD gleich da zu ziehen. Und wie gering ist dann erst die Motivation bei Musik, die man nicht kennt, die man sogar legal und kostenlos laden kann? Und dann gleich drei Fragen? Und das alles “nur” um die Songs in “etwas besserer Qualität”, mit Lyrics und Artwork zu bekommen? Ganz ehrlich: da ist meine Motivation anfangs auch nicht so gross (das mag sich ändern nachdem man die Songs mal gehört hat). Nein, auch das taugt nicht als Beispiel. Wirklich nicht.

Und was die Download-Zahlen angeht, einerseits beklagt Chris die geringe Zahl von Downloads auf dem eigenen Server:

23mal wurde das Album von unserem Server geladen. Zieht man die Leute, die daran beteiligt waren ab, bleibt nicht mehr viel. Und auch die Download-Zahlen unserer Download-Ecke sind nicht wirklich hoch – ganze 17 Downloads für alle angebotenen Alben/Bücher.

Aber später im Beitrag dann:

Als letzten Punkt möchte ich dann noch die Nehmer-Mentalität in weiten – auch internationalen – Kreisen des Internets ansprechen. Wenn z. B. Korrupt in den gulli:news nicht müde wird, die Politik der Contentindustrie anzuprangern, dann muss man auch, wenn man es differenziert sehen will, die Nehmerqualität der Gesellschaft sehen. Man kennt dort kein Maß mehr, nimmt mit, was man nehmen kann – ob es nun Mainstream-Musik auf dem russischen Server oder eben die CC-Musik ist, ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, auch mal etwas zurückzugeben.

Also in geschilderten Fall haben die Leute offenbar doch eben nicht genug mitgenommen, oder nicht? 😉 Aber da sind wir nicht beim einzigen Widerspruch: einerseits eine “Was nix kostet taugt nix”-Einstellung unterstellen, aber auf der anderen Seite der Vorwurf es würde alles mitgenommen was geht und eine “Geiz ist geil”-Mentalität. Was genau ist denn nun das Problem?

Eigentlich sind es doch zwei Probleme – das erste Problem ist die Menschen überhaupt auf die CC-Musik aufmerksam zu machen und dann kommt das Problem den Leuten begreiflich zu machen, dass sie da nicht nur einsacken können, sondern auch was zurück geben müssen. Dabei halte ich das erste Problem für schwerer zu lösen.

Klar, es gibt Portale speziell für CC-Musik, es gibt jede Menge Weblogs, die CC-Musik-Tipps veröffentlichen, keine Frage. Aber jetzt versetzen wir uns mal in die Lage eines ganz normalen Users. Der kennt die Musik, die er eben immer hört, was im Radio gespielt wird usw. Diese Musik zieht er sich einfach so kostenlos im Netz. Es ist nicht viel Aufwand, einfach [hier bitte P2P-Software der Wahl eintragen] besorgen, Namen der Band eingeben und fertig. Ist das fair gegenüber den Musikern? Nein. Klar, einige der User werden trotzdem Konzerte besuchen, CDs oder T-Shirts kaufen, aber die Mehrheit denkt darüber wohl eher nicht nach. Jetzt muss man sich mal überlegen, ob so ein User sich die Mühe macht nach neuer Musik zu suchen, Musik von ihm bisher unbekannten Interpreten? Wohl eher nicht – er hat doch ein gigantisches (wenn auch nicht legales) Angebot aus dem er sich einfach bedienen kann. Nur die Namen der ihm bekannten Interpreten und Bands eingeben und fertig. Freie Auswahl. Warum sollte er da so seltsame Weblogs durchforsten? Missi hat es getroffen: Was der Bauer nicht kennt,… Man mag es ergänzen um: …und was ihm nicht von gewohnter Seite “empfohlen” wird (“empfohlen” meint in diesem Fall auch TV-/Radio-/Print-Werbung).

Und da will ich mich nicht ausnehmen. “Hey, neue Single von Iron Maiden” – prima, kenne ich, ich weiss was mich erwartet – schnell in den iTunes Music Store und gekauft. Und wenn noch ein wenig Zeit bleibt mal schauen, was andere Käufer der Single außerdem so gekauft haben und den einen oder anderen Ausschnitt anhören. Da “erwischt” mich Apple eben genau im richtigen Moment und bietet mit dem Shop auch das ideale Werkzeug – ich will eh gerade Musik kaufen und die 5 Minuten um mal schnell da durchzuschauen habe ich dann doch. Oder Empfehlungen von Menschen, die ich kenne: ich kenne deren Musikgeschmack relativ gut, ich weiss relativ sicher, wenn X ein Song gefällt wird er mir auch gefallen und wenn Y den dann noch abscheulich findet habe ich einen neuen Lieblingssong.

Wie ist das nun mit einem CC-Musik-Tipp in einem Weblog eines Autoren, dessen Musikgeschmack ich nicht kenne? Nun, entweder habe ich gerade Zeit und höre mir das an und bilde mir ein Urteil – aber diese Zeit muss man eben haben oder sich nehmen können – oder ich sauge einfach mal, um mir das dann später in Ruhe anzuhören. Was soll ich sagen: mindestens die Hälfte dieser “höre ich später”-Sachen höre ich dann doch nicht mehr. Wenn das schon mir so geht – und für mich persönlich ist Musik durchaus wichtig – wie geht es dann erst den ganzen Leuten, für die Musik in erster Linie nur noch eine Berieselung ist, weil sie ein Problem mit Stille haben? Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Dazu muss ich nur mal einen Blick in meine iTunes-Statistiken schauen: insgesamt habe ich mit iTunes/iPod 72.085 mal irgendeinen Song (keine Podcasts) gehört, davon aber allein 20.485 mal Songs von 10 Bands.

Die Hemmschwelle für viele sich mit CC-Musik überhaupt erstmal zu befassen ist also verdammt hoch: Faulheit, Gewohnheit (“Was der Bauer nicht kennt, …”) und die praktisch freie Verfügbarkeit der Musik, die man kennt über Tauschbörsen (“Geiz ist geil”). Ich will übrigens nicht Filesharing verteufeln. Aber je weniger solche Tauschbörsen zur Verfügung stünden, desto besser wäre es vielleicht für CC-Musik – je schwieriger es wird, die aktuellen Album-Charts kostenlos aus dem Netz zu saugen, desto attraktiver wird für die bisherigen Nutzer sich nach legalen, aber trotzdem erstmal kostenfreien Alternativen umzuschauen. Jetzt weiss ich aber so gut wie jeder andere, dass es mit den Tauschbörsen nicht so schnell vorbei sein wird und ich habe schon gar keine Lust, mich an irgendwelchen Kampagnen gegen deren Nutzer zu beteiligen – wirklich nicht. Aber Software wie AllPeers zeigt auch dem letzten Trottel wohin ein großer Teil des Tauschbörsentraffics gehen wird: in kleinere, private Tauschgemeinschaften. Man kennt sich und tauscht nur untereinander. Man stellt seine Musiksammlung einfach nicht mehr der ganzen Welt, sondern nur noch ausgewählten Personen zur Verfügung. Aber das ist ein ganz anderes Thema…

Klar, ich kenne auch kein Patentrezept gegen diese Kombination aus Faulheit, Gewohnheit und “Geiz ist geil”. Aber so schlecht ist die CC-Lizenz doch nicht. Vielleicht fehlt es bisher einfach nur an der kritischen Masse? Sowohl bei den Musikern als auch bei den Hörern? Seitens der Musiker gibt es in Deutschland ja dann noch das GEMA-Problem. Ein Autor, der GEMA-Mitglied ist kann nicht einfach einen Song schreiben und unter der CC veröffentlichen. Diese GEMA-Mitgliedschaft ist ein Entweder-oder-Ding: entweder man ist Mitglied mit allen seinen Werken oder man ist eben nicht Mitglied. Hier liegt sicher auch eine Ursache der fehlenden Akzeptanz bzw. eher der fehlenden Aufmerksamkeit in Sachen CC. Es wäre doch was anderes, wenn plötzlich [hier Interpreten oder Band der Wahl mit einem Top-10-Album im letzten Jahr] eine Single oder ein Album unter CC veröffentlichen würde.

Und jetzt dürft Ihr mich in den Kommentaren abschlachten – ich habe garantiert noch einiges übersehen, mir fallen auch bei jedem neuen Lesen des Textes wieder Sachen auf, die ich noch erwähnen könnte – aber eigentlich wollte ich ja nur sagen, dass ich es für etwas komplizierter halte wie Chris und es auch nicht wirklich für ein deutsches Problem halte. Und ich habe schon wieder viel mehr geschrieben als ich eigentlich vor hatte und ein bisschen was anderes wollte ich ja heute auch noch machen…

 

P.S.: während ich das hier geschrieben habe lief u.a. auch das von Chris angesprochene Album “Secrets” von All:My:Faults. Gefällt mir… rein hören kann nicht schaden 😀

 

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dobschat

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Ein humanistischer Misanthrop (oder umgekehrt), der seit sehr vielen Jahren Dinge ins Internet schreibt und das weiter tut. In diesem Weblog finden sich nun aktuelle Beiträge und alte Beiträge seit 2004, die das Löschen von reichlich altem Scheiß überlebt haben.

Kommentare

0 Antworten

  1. Wie ist das nun mit einem CC-Musik-Tipp in einem Weblog eines Autoren, dessen Musikgeschmack ich nicht kenne? Nun, entweder habe ich gerade Zeit und höre mir das an und bilde mir ein Urteil – aber diese Zeit muss man eben haben oder sich nehmen können – oder ich sauge einfach mal, um mir das dann später in Ruhe anzuhören.

    Ich fühl mich da mal angesprochen gerade. smile
    Was könnt ich dich denn zum Beispiel”überreden”, dir die Mukke anzuhören, die ich empfehle. Ein “…klingt wie [$Band] …” mag ich da nicht wirklich hinterherschreiben.
    Vielleicht sowas in der Art ala “Für Freunde von [$Band1][$Band2][$Band3]?
    Imo wäre das die einzigste Möglichkeit, dem “Was der Bauer nicht kennt …” vorzubeugen.
    Ich denke, gerade in diesem Bereich fehlts da noch an ein paar guten Ideen.
    Jamendo legt ja vor mit der Tagginggeschichte. Aber mal ganz ehrlich: Was sich da unter einigen Taggs findet, da kräuseln sich mir die Ohren.
    Das ists also auch noch nicht.

    Von daher lasst uns mal ein paar Gedanken machen in Richtung “Wie bringt mans effektiver unters Volk” , anstatt das Volk zu bashen. wink

  2. Von daher lasst uns mal ein paar Gedanken machen in Richtung “Wie bringt mans effektiver unters Volk” , anstatt das Volk zu bashen.

    Wir tuns doch. Also uns die Gedanken machen. Ich weiss nicht wem (kann sogar sein, dem Carsten himself) hatte ich sinngemäß geschrieben, das der Gegenpol einfach noch nicht wirklich wahrgenommen wird. Die Gründe dafür stehen da oben sehr ausführlich – es ist eine Kombination aus diesen ganzen Dingen und wie Menschen dann auf entsprechende Hinweise reagieren, hab ich ja nun gestern wieder überdeutlich gemerkt. Sei’s drum – einfach nicht müde werden und die ganzen positiven Dings sooft wie es geht anbringen und hoffen, das es mal wieder weiterempfohlen wird. Dann wird das schon was wink

    Btw. gabs da meinerseits vor geraumer Zeit mal den Vorschlag (auch an Labels) doch Musik zu bündeln. Sprich Label X hat bekannten Künstler Y und Newcomer Z. Warum nicht den Leuten bei Kauf von Y gleich noch Z schenken? Oder zumindest empfehlen…

  3. Missi: wegen mir brauchst Du da gar nix hinschreiben wink Ich persönlich beobachte da einfach die Tipps oder auch was die Leute so hören (last.fm) und versuche da mir selbst ein Bild zu machen. Aber so grundsätzlich geht es wohl leider wirklich nur mit solchen Hinweisen auf ähnliche, bekannte Bands…
    Und bashen will ich wirklich niemanden smile Ganz ehrlich smile Ich habe mir auch vorgenommen endlich hier wieder mal öfter auf gute Mucke hinzuweisen – ich habe da sogar einen Plan für meinen Podcast… aber nur einen ganz ganz kleinen Plan… ein Plänchen wink

    Falk: ja, wir hatten das Thema gestern auch kurz – da hatte ich den Artikel von Chris aber noch nicht gelesen. Das mit dem Bundle ist übrigens eine wirklich ausgezeichnete Idee grin Und eigentlich wird so was doch teilweise schon lange gemacht: Band A nimmt Musiker B mit als Support auf die Tour, weil sie ihn selber gut finden. Ja, ist nicht die Regel, aber es passiert immer noch grin

  4. Hmm, wir habens grad das Thema mit dem Einkaufen. Band macht Support für “große” Band. Und wer bezahlts? Natürlich die kleine Band – zumindest ist dies hierzulande sehr häufig so. Und genau so rum kanns nunmal nicht funktionieren.

  5. Hach, man versteht mich schon wieder falsch. 😀 Carsten, ich hab nicht gesagt, das du wen basht, sondern meinte es eher generell in die Richtung “Das dumme, ignorante Volk da draußen. smile

    Die Idee vom Falk oben ist hybsch, ja. Aber für mich persönlich nicht umsetzbar, denn ich hab kein Label. smile

    Deswegen auch die Frage, was *ich* tun kann im Rahmen meiner Möglichkeiten.(Mein Weblog 😀 )

  6. Falk: ja, leider… das von mir beschriebene Vorgehen ist leider nicht die Regel, sondern anscheinend die Ausnahme.

    Missi: Na los, dann mach ein Label auf, wird’s bald wink Aber im Rahmen Deines Weblogs kannst Du tun, was jeder andere Blogger und Podcaster auch kann: empfehlen… mehr kann man alleine nicht machen. Aber zusammen vielleicht noch was?

  7. Machen wir erstmal den Sampler und dann alles weitere?

    Zu dem Label: Nun leider ist der Aufwand im Zeitalter des Internetzes nicht zu unterschätzen und doch auch gehörig mit von finanziellen Mitteln abhängig. Aber sollt hier wer lesen, der zwar das Geld aber keine Ahnung hat…*gg* Nein im Ernst jetzt, wärs das, hätte ich wohl schon mein eigenes Label eben auch für solche Ideen. Ich tast mich da momentan lieber aus meiner Nische heraus ran und schau, was zukünftig machbar sein wird, ohne das “Spiel” der Großen mitspielen zu müssen wink

  8. Sampler, Falk? Erzähl. *Ohrenaufsperr*
    Ansonsten – tja – mehr als Empfehlen kann man nicht. Oder man startet halt Open-Source-Partys auf denen grundsätzlich nur freie Musik gespielt wird – das dürfte vermutlich einen langen Atem brauchen weil zu Beginn da wohl kaum jemand kommt, aber einen Versuch wäre es wert. (Nein, ich mach sowas NICHT. Ich bleibe bei Blog und Podcast und dem WK-Magazin, in dem fast beinahe nur CC- oder podsafe Musik gespielt wird.)
    Ad Astra

  9. @dobschat: wieso “abschlachten”? Ich finde deine Ausführungen ziemlich korrekt. Die Analyse von Chris bei Fixmbr war ja wirklich ein wenig “grob”.

    Das Gema-Problem, was du ansprichst, ist z.B. gerade bei der Frage, warum CC in Deutschland langsamer anläuft, sehr wichtig. Hier ein Netzpolitik-Artikel darüber: http://netzpolitik.org/2006/haz-ueber-creative-commons-und-netlabels/

    Auch Markus meint: “Verwundert bin ich immer noch über die Annahme der GEMA, dass nur “Hobbymusiker” CC-Lizenzen verwenden würde”

    Wenn der Pressesprecher der Gema schon sagt: „Man muss sich entscheiden, ob man professionell oder im Hobbybereich Musik machen will.”, und das bei einer soweit ich weiss noch nicht ganz geklärten Rechtslage, fragt man sich ja echt, ob die das bewusst unterdrücken wollen.

    Mit nicht ganz geklärter Rechtslage meine ich die Frgae, was z.B. mit den Stücken passiert, die CC-lizensiert sind, wenn der Musiker dann GEMA-Mitglied wird. Die GEMA-Mitgliedschaft gilt immer für das Gesamtwerk, also sind die Songs laut GEMA GEMA-pflichtig. Aber laut CC gehen auch mehrere Lizenzen, also steht das STück aus dieser Sicht auch weiter unter CC-Lizenz.

    Ein Kommentator bei Netzpolitik vermutet: “die strategie der gema/suisa ist ganz simpel: in die hobby ecke drängen, exklusiv verträge anbieten und hoffen, dass sich das phänomen nicht auch noch in europa ausbreitet.”

  10. Mit nicht ganz geklärter Rechtslage meine ich die Frgae, was z.B. mit den Stücken passiert, die CC-lizensiert sind, wenn der Musiker dann GEMA-Mitglied wird.

    Streng genommen dürfte kein Künstler, der jemals unter CC veröffentlicht hat, überhaupt GEMA-Mitglied werden. Und ehrlich gesagt, im Indiebereich geht der Trend bei Bands, wo Textdichter und aufführende Künstler die selben Personen sind, tatsächlich auch weg davon. Man zahlt dann lieber den Künstlern höhere Sätze auf z.B. die Mech-Lizenzen (CD-Verkäufe), wenn diese *nicht* GEMA-Mitglied sind. Und genau da stellt sich halt dann die Frage, wo und wann da eine kritische Masse erreicht wäre, um da ein Umdenken zu provozieren.

    Und ich hör hinten rechts schon wieder das Jammern und das “aber, die wollen ja auch davon leben…” und solang diese Denke, das man dazu die GEMA braucht, verherrschend ist, ändert sich mal gar nichts.

  11. Musikdieb: ach, “abschlachten”, weil ich in letzter Zeit Kommentare entweder dann bekomme, wenn es um Prostituierte oder Brötchen geht oder (in einem anderen Weblog), weil jemand unbedingt meint beweisen zu müssen, ich wäre doof… wink

    Und zur GEMA: ich denke nicht, dass die GEMA als solches grundsätzlich schlecht ist, nur ist der Laden meiner Meinung nach über die Jahre einfach zu inflexibel geworden. Dort ist man zu sehr in den alten Strukturen festgefahren: es gibt Tonträger und live… und dann dieses neue Internet. Und was in diesem Internet passiert ist ja mal grundsätzlich böse und Creative Commons kommt doch auch aus dem Internet usw.
    Was doppelt schade ist: ich kenne ja nun doch ein paar GEMA-Mitglieder und darunter sind auch einige, die durchaus oft und gerne über die GEMA schimpfen – aber andererseits nehmen die die GEMA als zwingend für Musiker hin. Da wird oft gar nicht darüber nachgedacht, dass es auch ohne GEMA ginge – und da schwirren so viele Falschinformationen durch die Gegend. Spannend, dass es vorkommen kann, dass eine Person gleichzeitig glaubt, dass nur GEMA-Mitglieder CDs veröffentlichen dürften, aber gleichzeitig die GEMA doch nichts damit zu hätte, wenn man die eigenen Songs auf die Homepage stellt…

  12. So aus eigener Erfahrung: Viele melden sich bei der Gema an, weil sie ganz einfach denken, das gehöre dazu. Das sie erst durch die Gema ihre Mukke geschützt hätten, etc.

  13. Die die fragt natürlich – momentan versuche gerade wegen des PMNs und der Cooper-Thematik eine Dame von der GEMA ans Rohr zu bekommen. Kann sie dann ja nochmal wegen der CC-Lizenz fragen. *g*
    Ad Astra

  14. Kann sie dann ja nochmal wegen der CC-Lizenz fragen.

    /me schaut mal in seine Glaskugel und prophezeit die Antwort:

    Tip 1: “Keine Ahnung was das ist”

    Tip 2: “Das ist doch nur was für Hobbiemusiker”

    Auf 2 könnte man allerdings mittlerweile mit zumindest Pearl Jam, Kristin Hersh und Hungry Lucy (hä?) kontern.

  15. Ich schrieb ja schon: Diese Arbeitszeiten möchte ich auch mal haben… wink (Gut, ich hatte mal einen Halbtagsjob von 8-12, aber dennoch… wink)
    Ad Astra

  16. Mal jetzt ungeachtet der Antworten, die Prospero heute von der GEMA bekam – es wird langsam richtig albern. War grad am Vorbereiten zu einem Beitrag fürs Radio und meine Seite, da eine der bedeutensten Gothic-Metal-Bands große Teile von ihren Songs unter CC veröffentlicht haben. Dabei hab ich dann mal die Reportaire-Suche der GEMA bemüht (die mir sonst ziemlich egal ist, wenns CC-lizensiert wurde) und fand doch da plötzlich Kristin Hersh und ihren deutschen Verlag. Und zwar Songs, die Kristin unter CC gestellt hat. Nun ist die glorreiche Frage ja, nach Meinung der GEMA wäre ja damit die Lizenz ungültig (weil darf ja nicht, weil GEMA exclusiv blabla). Allerdings würde dann eine Klage der GEMA ja völlig gegen den Willen des Künstlers (Urhebers) verstossen, da dieser ja explitzit diese Lizenz vergeben hat. Wer ist denn nun der Gearschte in dieser dummen Logik?

    Nehmen wir mal an, die GEMA findet die Downloads bei mir. Was würde passieren (ungeachtet dessen, das ich denen und deren Anwälten die Creative Commons persönlich rechts und links um die Ohren hauen würde)? Was würde denn der Urheber sagen? Wie sähe die Rechtssprechung aus? Klasse oder? Denn nach GEMA-Logik hätte die Lizenz nie vergeben werden dürfen. Aber das kann doch dem Urheber scheissegal sein, was die GEMA für Befindlichkeiten hat. Die soll ja nur die Rechte wahren. Aber doch nicht gegen einen. Das ist alles extrem albern hier in Deutschland.

  17. Klasse oder? Denn nach GEMA-Logik hätte die Lizenz nie vergeben werden dürfen. Aber das kann doch dem Urheber scheissegal sein, was die GEMA für Befindlichkeiten hat. Die soll ja nur die Rechte wahren. Aber doch nicht gegen einen. Das ist alles extrem albern hier in Deutschland.

    Ist es, ist es… Beispiel Götz: jahrelang hatte er bzw. hatten Joint Venture Songs zum Download auf der Homepage. War eine prima Werbung. Dann machte er den Fehler mal mit der GEMA darüber zu sprechen… das Ende vom Lied: er als Urheber und ausführender Künstler darf natürlich Downloads verschenken, muss dafür aber an die GEMA zahlen…
    Da kennt die GEMA nix, die nimmt die Rechte im Zweifelsfall auch gegen die Urheber wahr – ob sie damit die Interessen der Urheber vertritt ist dabei wohl eher zweitrangig… Die Urheber haben gefälligst die Interessen zu haben, die die GEMA durchsetzen will… oder so ähnlich…

  18. Die Urheber haben gefälligst die Interessen zu haben, die die GEMA durchsetzen will

    Die Urheber haben doch in den meisten Fällen davon doch nicht einmal Kenntnis, sondern freun sich über ihre Schecks aus München. Das dies alles nicht mehr zeitgemäß ist (und vieles nie war) müsste nur langsam mal durchdringen. Und entsprechend in den Medien behandelt werden. Aber aus Künstlersicht heraus gilt dann halt auch wieder: Beisse nicht die Hand, die dich füttert.

  19. Nachdem ich mich beruhigt habe – wer mag schaue einfach bei Podster.de ins Forum, man findet mich ja da recht schnell im betreffenden Thread – bin ich mal gespannt auf die Reaktion die erfolgen wird – und das wird sie mit Sicherheit – wenn der Artikel veröffentlicht wurde.
    Ich habe jetzt nämlich drei Meinungen, eine von der GEMA, eine von einem Experten – eher zweien, die nette Kollegin des Profs war ja auch am Telefon anwesend – und eine vom VUT.
    Ich persönlich habe ja noch den Vorteil nachforschen und nachfragen zu können und sei es in diversen Foren – die übrigens von den Experten auch gelesen werden wenn auch nicht kommentiert, was mich nicht überrascht. Aber der kleine Hobbycaster umme Ecke, der von all dem überhaupt keine Ahnung hat tut mir wahnsinnig leid. Wirklich. Der muss nämlich genau das machen was ich eigentlich für den Artikel getan habe: Fragen, fragen, fragen und am Ende ist man genauso schlau wie vorher weil es einfach momentan für eine solche Situation noch keine Regeln gibt – außer man vertraut blind der GEMA, dann kann man seiner Paranoia freien Lauf lassen und nur CC-Lizenzen gelten lassen – aber dann ist die Auswahl auch schon eingeschränkter als das was man im PMN hat. Rock, Gospel oder Soul finde ich kaum bei den Netzlabeln – elektronische Musik en masse, aber ich will ja nicht wie der CCC-Podcast klingen…
    Ach ja. Seufz. Eine zentrale Anlaufstelle wäre schon schön – oder ich ärgere die GEMA demnächst in dem ich einfach Dutzende von Listen an die schicke mit Künstlern aus dem PMN, dann die Post der GEMA irgendwo öffentlich mache und dann hätte man zumindest da ja mal was in der Hand… *wer Ironie im letzten Satz fand kann sie gerne behalten, wer Zynismus fand auch*
    Ad Astra

  20. Besser spät als nie, ne? 😀

    Um es mal kurz zu machen, ich sehe mich nicht als BSD-Profi, finde es aber nett, wenn mich Chris zu einem solchen macht wink Eher der Poweruser, whatever, halt ein intensivierter Umgang mit der Materie.

    Um mal kurz auszuholen, meine Erfahrung im Opensource Bereich oder auch Open Content, begann im Jahr 1998/99, seit 2001 wirkte ich aktiv und massiv auf http://www.efb.nu, stellte ein paar 1000 Opensourceprogramme vor … für Windows. Zeitgleich etwa, Linux nutze ich mit RedHat 4 zuvor schon etwas länger, half ich auch bei dem Linuxsoftboard mit, Bereich Schmankerl in der freien Software. Quasi ein Pendant zu EFB.nu und dessen Windowssoftware.
    BSD, DesktopBSD folgte danach. Meine bescheidene Erfahrung, wie und wo Opensource eingesetzt wird (auch kommunal in Gemeinden), ist da schon etwas weiter angesiedelt, denn nur BSD Monokultur wink

    Nehmen wir z.B. die angesprochenen Server, diese sind kein Zeichen für die Aufgeschlossenheit einer Gesellschaft gegenüber open content, eher ein Zeichen für “billig zieht immer”.

    Mein Punkt z.B. allgemein, maßgebliche Entwicklungen im Bereich Opensource, kommen primär aus dem Ausland. Vornehmlich USA, ehemalige Ostblockstaaten und dritte Welt. Selbst unsere europäischen Nachbarn sind uns da weit voraus.

    Firefox nutzen, ich glaube mit knapp 35%, ist kein Zeichen für die Erkenntnis, das open content die tatsächliche Zukunft ist. Und ich betone absichtlich open content, da dieser imho Kultur ausmacht.

  21. Sorry, aber entweder oder, aber beides geht nicht. Einerseits besteht angeblich keine Akzeptanz von OSS – wenn dann aber OSS eingesetzt wird, dann ist es nur “billig zieht immer”?
    35% Firefox-Nutzer finde ich durchaus bemerkenswert. Selbst 10% fände ich bemerkenswert – das wären nämlich (ausgehend von der Fast-Windows-Monokultur) ein entsprechender Anteil User, die sich bewusst dafür entschieden haben, nicht den mitgelieferten Internet Explorer zu nutzen. Und jetzt erzählt mir nicht, dass das nur passiert, weil Firefox kostenlos ist – das ist der IE auch. Der IE ist sogar vorinstalliert. Liegt es daran, dass sich so viele Seiten nur mit Firefox, aber nicht mit IE benutzen liessen? Nein, ganz sicher nicht – eher umgekehrt.  Was sind also die Gründe? Vielleicht doch Akzeptanz? Vielleicht doch die Erkenntnis, dass zumindest in diesem Fall die OSS-Alternative auch die bessere Alternative darstellt?

  22. also betreibe ein kleine radio was nur cc music
    spielt nur soviel unsere hörerzahlen sind sehr gering weil einfach zuwenige neue sachen hören möchten und das 2te es wird auch nicht tonnen an teuer werbung für solche sachen gemacht leider muss ich sagen denn würde gern mehr leute für diese musicer und bands begeistern leider sind meine mittel auch stark begrenzt
    wer mehr wissen will einfach mailen smile

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