WePad – Ist jetzt aber nicht Euer Ernst?

Natürlich habe ich mir mal die Präsentation des WePads angeschaut. Also wirklich die Präsentation eines Vorserien-WePads und nicht eines Stücks Display, auf dem ein Video läuft ;) Kurz gesagt: Die hätten sich vielleicht erst mal die Präsentation des iPad anschauen sollen. Wie oft hat Steve Jobs bei der Vorstellung des iPad gleich noch mal den Satz „Sorry, das funktioniert noch nicht auf diesem Vorseriengerät“ gesagt? Und gefühlt jeder zweite Satz der WePad-Präsentation ging irgendwie um das iPad, was es angeblich nicht könne, was das WePad besser machen würde, also wenn es denn dann das macht, aber wenn, dann auf jeden Fall besser als das iPad, ist klar, oder?

Sobald es verfügbar ist, werde ich mir das WePad sicher mal anschauen, aber diese Präsentation hat mich da absolut nicht überzeugt und auch mein „Will ich betouchen„-Jieper hält sich beim WePad doch in sehr engen Grenzen. Ja, die WePad-Herren hätten sich wirklich vor ihrer Präsentation mal anschauen sollen, wie der Herr Jobs so was macht…

13 Comments

Tweets die Dobschat » WePad – Ist jetzt aber nicht Euer Ernst? erwähnt -- Topsy.com

[…] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Carsten Dobschat erwähnt. Carsten Dobschat sagte: New post: WePad – Ist jetzt aber nicht Euer Ernst? http://dobsch.at/6056 #apple #ipad #iphone #präsentationen #steve_jobs […]

Sieht eher nach Windows Tablet Kopie aus.

Ein bisschen angepasst für Fingerbedienung, aber wenn man z.B. die Textverarbeitung sieht, wünscht man sich doch ne Maus oder nen Stift, weil die Bedienelemente dann schon sehr klein sind.

Na, viel Erfolg damit, aber wirklich Konkurrenz für’s iPad sieht anders aus.

Ich bin ja vor allem mal auf die Akkulaufzeit des wePad gespannt – wenn da auf dem Startscreen ständig irgendwelche Apps und Widgets blinken und tun müssen… naja, mal schauen…

Auf mich macht das nen relativ guten Eindruck. Der Vorführende vergreift sich manchmal zwar etwas und wirkt nicht gerade wie ein Entertainer, aber das Gerät selbst favorisiere ich im Moment vor einem iPad.

Von einem „Windows Tablet“ hat es nun wirklich relativ wenig. Scheinbar läuft Linux darauf, was mir an sich schon relativ sympathisch ist. Zudem scheint es offen zu sein. Ich kann und darf damit offenbar tun was ich will – und nicht das, was mir der Hersteller erlaubt.

Andere Hersteller können zwar auch nicht zaubern, aber wenn ich mir die Laufzeiten des aktuellen iPhone so anschaue, bekleckert sich Apple bei dem Thema ja nicht gerade mit Ruhm.

dobschat

Ich sehe gerade nicht, was für ein wePad sprechen sollte. Aus Prinzip, weil es Linux ist? Nö, es geht hier um ein Werkzeug, das tun soll, was es tun soll und das ist vor allem das Konsumieren von Medien, ein bisschen Web und Mail… eigentlich so ziemlich alles, was man auch mit iPod/iPhone macht nur noch ein bisschen mehr und ein bisschen größer. Und genau bei den Jobs hat das iPad einen entscheidenden Vorteil: was die Software angeht hat Apple bewiesen, dass es funktioniert und zwar einfach so. Klar gibt es Einschränkungen, aber irgendwas ist immer und am Ende ist die Frage eben nicht „offen oder nicht“, sondern „geeignet oder nicht“. Es geht hier um ein Werk- oder vielleicht auch Spielzeug, nicht mehr und nicht weniger.

Für längeres Arbeiten ist ein Tablet, egal von wem, sowieso kaum geeignet, auch nicht mit externer Tastatur usw. – da ist dann ein Notebook praktischer – also ist mir bei so einer Plattform auch nicht so wichtig, ob die nun offen ist oder nicht. Und was die Akkulaufzeiten des iPad angeht: bisherige Testberichte zeigen da durchaus vernünftige Laufzeiten… über 10 Stunden Filme schauen, da kann man nicht meckern

Die Laufzeit ist für die Displaygröße überragend und schlägt selbst die der meisten Langläufer-Notebooks. Dreht man die Helligkeit herunter, läuft das iPad selbst bei intensivem Gebrauch über zehn Stunden; Videos laufen bei voller Helligkeit fast acht, bei im Wohnzimmer völlig ausreichenden 200 cd/m2 10,7 Stunden.

Für ein WePad spricht zum Beispiel die Offenheit. Ich darf darauf ausführen, was mir beliebt. Mir zumindest ist das sehr wichtig. Ich wundere mich eher, dass Apple Jünger das einfach so hinnehmen.

Die Akkulaufzeit gibt der Hersteller mit 6 Stunden an, was deutlich unter dem iPad liegt, aber wohl ebenfalls ausreichend ist.

Und ich kann aus dem Video oben zumindest nicht entnehmen, dass es für irgendetwas nicht geeignet wäre, was ich mir so vorstelle. Oder vermisst du konkret etwas beim WePad?

dobschat

Wie schon geschrieben: Offenheit ist schön, aber wichtiger ist nun mal, dass es funktioniert und keinen Stress macht dabei. Und da hat das iPad einen entscheidenden Vorteil: Die Software ist ausgereift, sie funktioniert bereits im praktischen Einsatz und vor allem ist sie voll auf die Art der Bedienung angepasst im Gegensatz zum Beispiel zu OpenOffice auf dem wePad…

Den Luxus, dass etwas einfach und ohne Verrenkungen funktioniert lasse ich mir gerne den einen oder anderen Euro kosten und dafür bin ich auch bereit gewisse Einschränkungen bei der App-Auswahl hinzunehmen. Und was bringt es mir, wenn ich jedes Stück Software auf meinem Handy oder Audio-/Video-/Surf-/Mail-Pad installieren kann – dafür dann aber regelmäßig schauen darf, wie ich irgendwelche Reste der Software wieder runter kratze oder mir noch großartig über Backupstrategien Gedanken machen muss, um im Zweifelsfall nach jeder Installation wieder auf den vorherigen Stand zurückkehren zu können. Nö, darauf habe ich da keinen Bock, die Dinger sollen funktionieren, zuverlässig sein und das eben auch, wenn ich mal 2-3 Wochen nicht in der Nähe der Backupfestplatten oder des Rechners daheim mit der Software für das Wiederherstellen irgendeines früheren Systemzustands bin. Und das hat nichts mit „Apple Jünger“ zu tun, sondern einfach mit der Frage: was ist für mich ein Handy oder so ein Pad? Ein PC? Für mich nicht, ich verlange von diesen Geräten nicht die universelle Funktionalität eines PC, die verlange ich auch nicht von meiner Spülmaschine, obwohl sie ’nen USB-Port hat und auch nicht von unserer Waschmaschine, für die es auch schon Firmware-Updates geben soll.

Nicht alles, was irgendjemand irgendwann mal mit irgendwas programmiert muss offen sein, damit man damit arbeiten kann. Und es gibt ja „offene“ Alternativen (wie offen das wePad am Ende wird, das solltest Du vielleicht noch abwarten – irgendwie muss ja auch sicher gestellt werden, dass der User die für ihn bestimmte Werbung zu sehen bekommt) – also kann sich doch jeder das holen, was er möchte: Der eine was zum Basteln, der andere was zum Nutzen ;)

In einigen Punkten sind wir einer Meinung – mein Blackberry ist auch nicht völlig offen und ich mag ihn trotzdem.

Ich bin jedenfalls gespannt auf das wePad (und die ganzen anderen kommenden *Pads). Anhand eines Vorserienmodells zu urteilen, wie gut das Teil nachher funktioniert finde ich etwas vermessen. Vielleicht hätten sie auch noch ein paar Tage warten sollen, aber wie das eben so bei Produkteinführungen ist…

dobschat

Vermessen? Was? Die Tatsache, dass auf einem Gerät mit Touch-Bedienung ein Maus-/Tastatur-Programm eher schlecht bis kaum bedienbar ist, ist eben genau das: eine Tatsache (die übrigens umgekehrt auch gilt). Das hängt nicht mit dem Vorserienstatus zusammen, nicht mal mit dem wePad direkt…

eben ;-). was kann das wepad dafür, wenn jemand openoffice darauf ausführen will? ich finde es super, dass das funktioniert. und wenn ich damit klar komme, wieso auch nicht? meine art zu arbeiten wärs auch nicht.

mit vermessen meinte ich, dass du dem vorserienmodell die fehler ankreidest. openoffice ist kein fehler ;-).

dobschat

Irgendwie habe ich den Eindruck, Du verstehst den Punkt nicht so ganz… Was bringt mir die ganze (angebliche) Offenheit, wenn es am Ende bedeutet, dass es eben keine Software gibt, die auf die spezielle Art der Bedienung so eines Gerätes abgestimmt ist, sondern nur Software, die eigentlich für eine andere Art der Bedienung hin entwickelt wurde? Und OO ist da eben ein passendes Beispiel, weil diese von den wePad-Machern gezeigt wurde – nicht auf Touch-Bedienung angepasst. Welchen Vorteil bringt hier also die „offene“ Plattform für einen Vorteil für das tägliche Arbeiten und Schreiben von Briefen? Aktuell keinen. Und nein, „man könnte sich ja OO selber mit einer passenden Oberfläche zurecht basteln“ ist kein Vorteil für jemanden, der mit seinem Werkzeug nur arbeiten will und es nicht selbst basteln und tunen will. Ja, ich gehöre auch zu den Menschen, die ein Auto für einen Gebrauchsgegenstand ist und nichts, an das man mit dem eigenen Werkzeugkasten ran muss…
Und da sind wir beim „Funktionieren“: iPhone/iPod touch funktionieren bereits inklusive dem Softwareangebot – für das wePad muss erst noch Software her, die die spezielle Art der Bedienung unterstützt. Und da glaube ich nicht an einen Vorteil der Offenheit, zumindest nicht für die Leute, die so ein Ding einfach nur benutzen und nicht selbst dafür entwickeln wollen…

Zum aktuellen Zeitpunkt hat das iPad durch die angepasste Software sicherlich einen Vorteil. Aber auch hier sind wir wieder beim Thema aktueller Zeitpunkt, Entwicklungsvorsprung und so weiter.

OO ist hier, wie oben auch schon geschrieben, ein relativ schlechtes Beispiel für die Möglichkeiten und die Anwendung eines *Pad. In der Demo zeigt sich eben, dass es geht. Obs mans will, steht auf einem anderen Blatt.

Welchen immensen Vorteil Offenheit mit sich bringt, muss ich dir sicherlich nicht beweisen. Dafür gibts relativ viele Beispiele aus der Vergangenheit und der Gegenwart. Man schaue sich nur mal die aktuellen Markttrends von iPhone und Android an. Oder Windows und Linux. Ich persönlich kenne kein Beispiel, bei dem sich geschlossene Systeme auf Dauer gegen offene durchsetzen konnten.

dobschat

Also das mit dem Durchsetzen offener gegen geschlossener Systeme, so pauschal stimmt das dann nicht… Anderes Beispiel: Es gab zum Beispiel mobile Audio- und Videoplayer – und auch „offene Systeme“ – schon bevor Apple mit dem iPod kam bzw. bevor der iPod Videos abspielen konnte. In bestimmten Bereichen – und da gehören Gadgets offenbar dazu – ist für genügend Menschen anderes offenbar wichtiger als komplette Offenheit. Muss ein Audio-/Video-Player unbedingt mit einem offenen Betriebssystem laufen und/oder mir alle Freiheiten bei der Auswahl an Zusatzsoftware geben? Was ist mit einem Smartphone, einem eBook-Reader oder eben einem *Pad? Bei den mobilen Playern hat sich wohl ein geschlossenes System durchgesetzt, bei den Smartphones wird das gerade ausgefochten und was diese iPad-artigen Systeme angeht… naja, mal warten wir doch erst mal ab, ob da am Ende irgendwas ausgefochten werden muss oder ob nach dem „Apple rettet (oder knechtet) die Welt (oder zumindest mal die Verlage) mit einem neuen Multimedia-Gadget (oder Netbook-Killer)“-Hype noch viel davon übrig bleibt oder ob in einem Jahr keiner mehr Bedarf daran hat, einen aufgemotzten digitalen Bilderrahmen durch die Gegend zu tragen ;)