Politik

Ohne Fremdeinwirkung?

Okay, da will wieder mal jemand, dass “die Verursacher” (in dem Fall die Demonstranten gegen den Castor-Transport) die Kosten der Polizeieinsätze tragen sollen. Naja, dann zahlen aber auch die Fußballvereine die Einsatzkosten vor und während der Bundesligaspiele, oder? So neu ist die Forderung nicht, die kommt mit schöner Regelmäßigkeit, ich erinnere mich dunkel an eine Karikatur von einem Demonstranten, der erst niedergeknüppelt wird und dann noch eine Rechnung in die Hand gedrückt bekommen hat – viele Jahre her. Darüber konnte ich gar nicht mehr lachen, als ich es bei Fefe gelesen habe. Wirklich zum Lachen war das zweite Zitat aber auch nicht, eher was für die Kategorie “WTF?”:

Zwölf Polizisten wurden nach Angaben der Einsatzleitung durch Stein- der Flaschenwürfe verletzt, weitere 38 verletzten sich ohne Fremdeinwirkung.

“Ohne Fremdeinwirkung”? Haben die sich aus Versehen den eigenen Knüppel über den Schädel gezogen?

Veröffentlicht von

Ein humanistischer Misanthrop (oder umgekehrt), der seit sehr vielen Jahren Dinge ins Internet schreibt und das weiter tut. In diesem Weblog finden sich nun aktuelle Beiträge und alte Beiträge seit 2004, die das Löschen von reichlich altem Scheiß überlebt haben.

7 Antworten auf “Ohne Fremdeinwirkung?”

  1. CH

    Wenn man 10.000 Leute beisammen hat, passiert immer irgendwas “ohne Fremdeinwirkung”. Geh mal mit 10.000 Leuten ein paar Kilometer spazieren. Da kommst Du vermutlich auch auf 38 Bänderdehnungen, abgeschürfte Knie und umgeknickte Zehen.

    Zur Kostenfrage: Ist doch super! Die Demonstranten bezahlen für die Polizeikosten, dafür kommen die Atomstromer dann aber auch für die realen Kosten ihrer Stromproduktion auf. Das wäre doch mal ein Deal, bei dem ich mich auch an den anschließenden Spendenaufrufen beteiligen würde.

    Und der Schünemann bezahlt für die Schäden, die die CDU in Niedersachsen anrichtet?

  2. Klaus

    Wenn die Polizei mal Prügel austeilt, dann erwischt es selten die Falschen. Demonstrieren ist schön und gut, aber wenn die Gleisanlagen beschädigt werden, dann hört der Spaß auf. Es wundert mich, dass die nicht einfach mit Wasserwerfern draufhalten, bei dieser Witterung dürften die meisten Chaoten freiwillig abziehen. Dem Wasser lässt sich auch noch ein Hauch CS-Gas beimischen. Und die ganz harten Fälle kann man dann noch händisch mit dem Migränestab nachbearbeiten.

  3. Ähm ja Klaus, das erinnert mich wieder daran, dass wir bei manchen Themen einfach nie zu einer gemeinsamen Meinung finden werden *g*
    Ja, Gleisanlagen sollten wirklich nicht zerstört werden, aber nein, auch Polizisten prügeln mal auf die Falschen ein – sind Menschen, Menschen machen Fehler…

  4. Klaus

    Ich habe eher eine Affinität zur Polizei als zu irgendwelchen Demonstranten, weil ich genug von den grünen Kameraden kenne. Und das sind keine Streifenhörnchen, die unschuldige Autofahrer belästigen, sondern ausgewachsene SEKler und USKler, also die Hardcore-Abteilungen. Ich habe da schon tolle Geschichten gehört und Fotos gesehen von diversen Einsätzen. Und wer bei solchen Gelegenheiten von der Polizei ein paar auf die Fresse bekommt, der hat sich das normalerweise redlich verdient und eine Anzeige wegen Widerstandes gibt es als Sahnehäubchen obendrauf. Viele Bundesländer leisten sich keine Bereitschaftspolizei mehr und wenn es irgendwo kracht, dann sind die Bayern immer gut genug, den Saustall wieder aufzuräumen. Wenn also die Bayerische BePo irgendwo auftaucht, würde ich einfach schnell verschwinden, ist gesünder.

  5. Tom

    Die Demonstranten zahlen den Einsatz doch schon mit ihren Steuern. Sollte dann doch eigentlich gegenverrechnet werden, oder?

  6. […]sein, dass die Schlagstöcke deutscher
    Polizisten Menschen von der Straße knüppeln, die in angemessener und aufwühlender Art und Weise auf die Unverantwortlichkeit[…]

Kommentare sind geschlossen.