dobschat.io ist das private Weblog von Carsten Dobschat. Hier schreibt er seit Jahren Dinge ins Internet, mit mal längeren und mal kürzeren Pausen. Falls dich interessiert, was Dobschat so arbeitet: Leo Skull, Team Gochu und DMS42.
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Herzlich Willkommen: Wie man sich für Flüchtlinge engagieren kann
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Von Pro Asyl gibt es die Broschüre „Herzlich Willkommen: Wie man sich für Flüchtlinge engagieren kann“ und manchmal überlege ich mir, ob es vielleicht helfen könnte, diese Broschüre zur Pflichtlektüre für einige unserer „besorgten“ Mitbürger (nicht nur in Freital, nicht nur im Osten) zu machen. In dieser Broschüre steht nicht nur, was getan werden kann, sondern eben auch warum das getan werden muss.
Ein humanistischer Misanthrop (oder umgekehrt), der seit sehr vielen Jahren Dinge ins Internet schreibt und das weiter tut. In diesem Weblog finden sich nun aktuelle Beiträge und alte Beiträge seit 2004, die das Löschen von reichlich altem Scheiß überlebt haben.
2 Kommentare
mccrain
„Ich habe nichts gegen die Flüchtlinge ABER…“
Freitag, die Nacht zum Samstag…
Ich sitze in einem Club und überfliege zwischenzeitig die Nachrichten:
Ein Flüchlingszeltlager wurde innerhalb von Stunden in Dresden aus dem Boden gestampft. Am Wochenende sollen hunderte Flüchtlinge hier eine vorübergehende Bleibe erhalten. Erste Unterstützer sowie Teilnehmer einer NDP-Demo haben sich vor dem Lager versammelt. Aufbauhelfer vom DRK sollen bedroht und beschimpft worden sein. Das THW, soll aus Angst vor Angriffen mit Steinen seitens der NPD-Anhänger, mit Helmen gearbeitet haben. Ein paar Verletzte soll es seitens der Unterstützer gegeben haben, es wurde auf sie mit Blitzknallern und einer Straßenabsperrung geworfen.
Auf dem Heimweg (2 Uhr) fahren wir am Zeltlager vorbei. Spontaner Gedanke: wir wollen im Kleinen unterstützen.
Samstag Nachmittag…
In den sozialen Netzwerken erfahre ich, dass viele bereits Kleidung u.a. gespendet haben. Wir entscheiden uns Geld zur freien Verfügung, vorbei zu bringen.
Auf dem Weg dorthin, fährt vor uns ein Reisebus… ein Bus voller Flüchtlinge.
Auf der gegenüberliegenden Straßenseite des Zeltlagers stehen ca 20-30 „besorgte Bürger“, vor dem Zeltlager eine Gruppe von Unterstützern, dazwischen ein paar Herren von der Presse und Polizisten.
15 Meter entfernt vom Eingang wartet ein Bus mit Flüchtlingen. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite sitzt ein „besorgter Bürger“ mit Sonnenbrille und starrt unentwegt die Flüchtlinge im Bus an.
Unsere Spende können wir im unweit vom Zeltlager liegenden DRK-Gebäude abgeben. Auf dem Weg dorthin, gehen wir an diesem Bus mit Flüchtlingen vorbei.
Innerhalb von Sekunden war ich tieftraurig, Tränen sammelten sich in den Augen und ich spürte eine tiefe verachtende Wut auf die „besorgten Bürger“. Menschen, die alles aufgeben mussten, die Teile ihrer Familie im Krieg verloren haben, müssen sich von diesen „besorgten Bürgern“ nun ängstigen. Ich bin bis heute fassungslos.
In einem Sprachcoaching habe ich gelernt, dass das „ABER“ in einem Satz, das im Satz Davorstehende negiert.
Hoffentlich müssen diese „besorgten Bürger“ eines Tages nicht auch flüchten, um ihr und das Leben ihrer Familien zu retten. Sie sollten dann besser empfangen werden.
Danke an alle Helfer vor Ort und allen Menschen.
Ich habe nichts gegen die „besorgten Bürger“ ABER…
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