Habe ich das richtig verstanden, zwei der drei Ex-Vorstandsmitglieder der Piratenpartei Deutschland, die durch ihren Rücktritt im März – mitten während dem Europawahlkampf – eine Neuwahl des Vorstandes erzwingen wollten, wurden jetzt beim BPT mit Wiederwahl belohnt?
Man muss ja schon verdammt dicke Eier haben und von sich selbst überzeugt sein, wieder anzutreten, nachdem man erstmal so richtig dicke Scheiße gebaut hat (als hätte der Rücktritt nicht bis nach der Europawahl warten können), aber dafür dann auch noch mit Wiederwahl belohnt zu werden…
Schade übrigens, dass Christopher Lauer nicht zum politischen Geschäftsführer gewählt werden konnte. Wurde dieses „Gate“ eigentlich schon benannt? „Kreuzchengate“? Dann hat er sich halt Redezeit „ertrickst“, aber wenigstens hat der mal über Politik gesprochen, wenigstens hat er mal angesprochen, dass man vielleicht auch endlich mal die letzten Wahlschlappen aufarbeiten sollte…
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Übrigens: Man kann die GO auch so interpretieren, dass das mit dem nachträglichen Ankreuzen zulässig ist – ist mir aber echt egal.
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Ich glaube langsam, dass die Empfehlung von Lorenz Matzat bei Netzpolitik gar nicht mal so verkehrt ist:
Dem Lager der “Berliner” böte sich an, die Partei zu verlassen. Es hat eine solide Grundlage mit ihren zahlreichen Sitzen im Berliner Abgeordnetenhaus und dort Zeit bis 2016 zur nächsten Landtagswahl (wenn die Große Koalition im Land Berlin nicht vorher scheitert). Das Lager könnte sich als politische Kraft zwischen Linkspartei und Grünen etablieren. Dort findet sich eine Leerstelle: Die Linke ist weiterhin sehr arbeitnehmerzentriert, ist aus historischen Gründen für manche schlicht unwählbar und spricht mit ihrer altbackenden Sozialdemokratie bestimmte Milieus einfach nicht an. Die linken Wurzeln der Grünen dagegen werden immer unkenntlicher; ihr Profil wandelt sich deutlich zu einem konservativen Liberalismus hin.
Insofern ist Platz und Bedarf für eine links-liberale Kraft. Wird aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt und gelingt der Spagat zwischen etablierter und unkonventioneller Politik, gibt es durchaus eine Zukunft. Und praktischerweise könnte man gleich den etwas infantil wirkenden Namen Piraten hinter sich lassen: Wie wäre es mit “Die Digitalen”?


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