Kommendes Wochenende feiern J.B.O. in Weingarts ihr 30jähriges Jubiläum. Das ist eine verdammt lange Zeit und für mich persönlich ist dieses Jahr mein 22jähriges mit J.B.O. – was bedeutet, dass ich mein halbes Leben für die Band arbeite. Die längste Beziehung meines Lebens 😉

Da war es nur konsequent, dass mein zweites Tattoo im Februar dieses Jahres dann das Motiv vom J.B.O.-Album „I Don’t Like Metal – I Love It“ wurde. Das Motto passt ja auch unabhängig von der Band.

Das frische J.B.O.-Tattoo im Februar
Frisch gestochen – inzwischen ist es nicht mehr so rot 😉

In diesen 22 Jahren habe ich dank J.B.O. eine ganze Menge Menschen kennengelernt, darunter auch einige von denen ich nie dachte, dass ich die mal kennenlernen würde. Als ich 2005 über den Rechtsstreit zwischen Sony und Beatallica geschrieben hatte, hätte ich mir nicht träumen lassen, dass ich vier Jahre später mit der Band gemeinsam in einem Tourbus durch Deutschland fahren und Gespräche über seltsame Supermärkte in Deutschland führen würde, in denen es Unterwäsche und Alkohol, aber keine Waffen gibt…

Und wenn ich an die Menschen denke, die ich dank J.B.O. kennengelernt habe, dann muss ich auch diejenigen von ihnen denken, die inzwischen nicht mehr am Leben sind. Zuletzt ist Mike Fiedler gestorben, ein Mitglied der J.B.O.-Roadcrew. Mike und sein Humor fehlen einfach. Auch an Kleinti denke ich noch sehr häufig. Andere haben ihn sehr viel länger und besser gekannt, aber alleine die eine Nachtschicht, die wir damals gemeinsam bei mir im Büro in Nürnberg hatten um an der Joint Venture Seite zu arbeiten – unvergessen meine Verblüffung, als Kleinti nach dem Essen beim Chinesen um die Ecke eine Tüte unter dem Tisch hervor holte, die er da unauffällig und einhändig gebaut hatte. Oder wie mein damaliger Chef mit einem einzigen Anruf die Domain joint-venture.de zurück geholt hatte. Er hat ja nie gessagt, dass er ein Anwalt wäre, nur, dass er aus der Rechtsabteilung wäre (die er in seiner Funktion als Geschäftsführer quasi für dieses Telefonat gegründet und mit sich selbst besetzt hatte).

Das war ungefähr zu der Zeit, als J.B.O. – auch in Weingarts – ihr 10jähriges feierten. Nach der Veranstaltung waren wir auf der Suche nach einem meiner Kollegen, der mit dabei war. Vito C. hatte ihn gefunden: „Sucht ihr noch den X? Der pennt vorne in der Einfahrt vor dem Kitzmann-Laster!

Dank J.B.O. darf ich mich auch offiziell Buchautor nennen, zumindest Co-Buchautor – oder ist es Buch-Co-Autor? Egal. Was ich sicher weiß: Sollte ich jemals eine Autobiographie schreiben, dann werde ich an verdammt vielen Stellen Querverweise zur J.B.O.-Biographie einbauen (müssen) 😉

Auch venue music gäbe es nicht in der Form ohne J.B.O., überhautp wäre vieles in meinem Leben wohl ganz anders gelaufen, wenn Harald nicht an jenem Abend im Star Club in Nürnberg die Idee gehabt hätte, dass ich doch eine J.B.O.-Fanpage bauen können, weil es zu der Band zu dem Zeitpunkt „nix g’scheits“ im Netz gegeben hätte. Konnte ja keiner damit rechnen, dass die Band das dann genau so sehen würde oder dass der Ralph der damals im Star Club arbeitete später Bassist bei J.B.O. werden würde und mich beim ersten Treffen mit „den Neuen“ mit den Worten „Schinken-Käse-Baguette und Aventinus!“ begrüßen würde 😂

J.B.O. ist tatsächlich ein sehr viel größerer Teil meines Lebens geworden, als ich je dachte. Ich habe so viele Menschen durch die Arbeit für die Band kennengelernt, darunter solche, die ich tatsächlich als Freunde (also so wirklich, nicht im Sinne von Facebook-„Freundschaften“) nenne, manche davon sind inzwischen auch wieder raus aus meinem Leben und andere Menschen haben mir auch wegen J.B.O. die „Freundschaft“ gekündigt (zuletzt einer, der anscheinend ein Problem damit hatte, dass ich J.B.O. nicht daran hindern kann, auf einem Festival zu spielen, auf dem auch Frei.Doof spielen).

Tatsächlich könnte ich wahrscheinlich ein eigenes Buch mit Geschichten aus diesen 22 Jahren füllen oder ich hätte auch sehr viel mehr Zeit damit verbringen können, meine Gedanken zu sortieren und diesen Beitrag zu schreiben (in dem ich sicher eine ganze Liste an Dingen vergessen habe), aber in wenigen Tagen ist schon die Geburtstagsfeier der Band und da musste ich hier einfach mal fertig werden 😉

Um es kurz zu machen: Ich bin froh und stolz, dass ich seit 22 Jahren Teil des ganzen Blöedsinns bin und sein darf und ich hoffe mal, dass es noch sehr viel mehr Jahre werden. Ach ja: Und kauft alle das neue Album „Wer lässt die Sau raus?!“, denn es ist wirklich sehr sehr gut geworden 😊

Veröffentlicht von dobschat

Manchmal muss man einfach mal bei Null neu anfangen. Und genau das tue ich hier in diesem Weblog. Fast 6.000 alte Blog-Posts aus fast 14 Jahren finden sich noch auf www.dobschat.de. Noch ältere Beiträge schlummern in einem Backup auf meiner Festplatte SSD. Aber hier geht es noch einmal ganz von vorne los…

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