Zumindest könnte man diesen Eindruck bekommen, wenn man so einige Beiträge in diversen Foren und Facebook-Gruppen rund um WordPress, Plugins und Themes liest. Und das liegt alles nur an Gutenberg, dem neuen Default-Editor in WordPress 5.0, das morgen dann endlich erscheinen soll.

Sollte es jemand nicht mitbekommen haben: Gutenberg arbeitet ganz anders, als der bisherige WordPress-Editor (Classic Editor). Gutenberg ist so ein bisschen wie die ganzen Page Builder, die in diversen Themes verwendet werden, aber nicht ganz. Vor allem arbeitet der neue Editor mit Blöcken. Das ist tatsächlich sehr praktisch, erlaubt es wirklich schnell neue Beiträge zu schreiben, die auch noch hübsch zu machen und auf das eine oder andere Plugin zu verzichten. Hier setze ich ihn bereits ein – das ist einer der Vorteile, wenn man komplett neu startet, man muss keine Rücksicht auf alten Kram und mögliche Inkompatibilitäten nehmen – und ich möchte nicht mehr zurück zum Classic Editor.

Liebe oder Hass

Die einen lieben den neuen Editor, die anderen hassen ihn. Wobei nur wenige den Editor als solches wirklich hassen, die Kritik richtet sich vor allem gegen die Einführung. Die sei zu schnell. Gutenberg hätte noch zu viele Fehler und es gäbe noch zu viele Probleme mit bestehenden Plugins und Themes. Und einige sind tatsächlich auch der Meinung, dass Gutenberg zu umständlich in der Bedienung sei. Letzteres kann ich nicht bestätigen, ich schreibe hier Blogposts genau so schnell wie im alten Editor, eher schneller. 

Bei den Kompaitibiltätsproblemen mit Themes und Plugins würde ich auch erst einmal die Entwickler eben jener Themes und Plugins in der Pflicht sehen, wobei ich bei verschiedenen Teste nur wenige Probleme gefunden habe. Bei den Anbietern von Themes mit eigenem Page Builder ist das sowieso eine ganz andere Sache, die müssen sich entscheiden, wie sie in Zukunft arbeiten wollen. Entweder sie bleiben bei ihrem eigenen System zum Seitenaufbau oder sie machen aus ihrem Page Builder eine Sammlung von Blöcken für Gutenberg. Hier bin ich insbesondere gespannt, wie sich die Macher von Divi langfristig entscheiden, denn die Möglichkeiten des Divi Builders verpackt in Gutenberg-Blöcke stelle ich mir als verdammt geile Lösung vor, um Seiten zu bauen. 

Einfach mal langsam tun und vorher ein Backup machen

Wenn nun also morgen (oder später) WordPress 5.0 kommen sollte, dann sollte man mit dem Update vielleicht langsam tun. Und erst einmal testen. Im Idealfall hat man eine Kopie der eigenen Website für solche Tests. Im weniger idealen Fall legt man sich direkt vor dem Update ein frisches Backup an, testet das Update und geht im schlimmsten Fall zurück zum Stand aus dem Backup.

Nein, an dieser Stelle kein weiteres How-To, es gibt ja genug Anleitungen und Plugins da draußen. Nur so viel: Ich mache Backups meiner WordPressen nach Möglichkeit immer doppelt. Der eine Weg ist über Plesk, das ich für die Administration auf meinen Servern verwende. Damit habe ich dann eine komplette Sicherung der gesamten Site, mit Mails usw. – und zwar auf einem dedizierten Backup-System, nicht lokal auf dem Webserver (nur so als Tipp, denn es gibt ja immer noch Menschen, die glauben eine Kopie der Site auf dem Webserver wäre ein Backup – ist es nicht). Und dann noch das altmodische Backup zu Fuß: Dump der Datenbank erzeugen und diesen Dump sichern zusammen mit einer Kopie (via rsync) der Dateien aus dem Web-Verzeichnis. Fertig. 

Classic Editor und ClassicPress

Und selbst wenn man Themes und Plugins einsetzt, die sich nicht mit Gutenberg vertragen, dann muss man trotzdem nicht auf WordPress 5.0 verzichten. Zum einen gibt es das offizielle Plugin Classic Editor, das eben genau diesen weiterhin bereit stellt und dann gibt es noch ClassicPress. ClassicPress ist ein Fork von WordPress ohne Gutenberg. Laut den Machern ist es „the business-focused CMS“. Wir werden sehen, was darauf wird, wie lange ClassicPress tatsächlich nur ein WordPress ohne Gutenberg bleibt oder ob sich da noch weitere Änderungen ergeben werden, so dass aus ClassicPress vielleicht irgendwann etwas komplett eigenes wird. 

Und ich?

Wo immer möglich werde ich Gutenberg einsetzen. Mir gefallen das Ding und die neuen Möglichkeiten wirklich richtig gut. Wo das nicht möglich ist oder eben Probleme verursacht, werde ich versuchen diese über das Plugin Classic Editor oder eben ClassicPress zu umgehen. Aber ich hoffe natürlich darauf, dass diese Probleme von den jeweils zuständigen Entwicklern gelöst werden, denn ich sagte schon: Ich ❤️ Gutenberg. 

Artikelbild von meineresterampe via pixabay, CC0

Veröffentlicht von dobschat

Manchmal muss man einfach mal bei Null neu anfangen. Und genau das tue ich hier in diesem Weblog. Fast 6.000 alte Blog-Posts aus fast 14 Jahren finden sich noch auf www.dobschat.de. Noch ältere Beiträge schlummern in einem Backup auf meiner Festplatte SSD. Aber hier geht es noch einmal ganz von vorne los…

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