Adresssammler, Newsletter und mp3.de

Okay liebe Leute von mp3.de, wenn Ihr unbedingt wollt, dann kündige ich eben das Newsletter-Abo bei Euch. Ihr hättet aber auch einfach mal ’nen Ton sagen können… Ich verstehe natürlich, dass Ihr mit Werbung Geld verdienen müsst und so, aber sollte man sich nicht hin und wieder überlegen, ob man nicht doch ein klein wenig zu weit geht? So ein kleines bisschen? Muss man wirklich aggressiv Werbung für Adressdatensammler machen? Klar, machen ja fast alle, aber trotzdem stört es mich.

Mail von mp3.deMal ganz ehrlich, muss das denn sein? Wer diese Gewinnspiele kennt, der wird vielleicht anmerken, dass die Adressen ja nur an die Sponsoren so eines Gewinnspiels heraus gegeben werden (so sagen es die Teilnahmebedingungen). Na prima, das sind ja nicht so viele, in dem speziellen Fall sind es ja gerade mal 66 (wenn ich mich nicht verzählt habe)1.

Auch nett: Über der Werbung steht „mp3.de empfiehlt:“ – klingt vielleicht nicht so abschreckend wie „Werbung“, ist in dem speziellen Zusammenhang aber dann doch irgendwie peinlich. Oder will mir mp3.de tatsächlich empfehlen, meine Adressdaten zur weiteren Vermarktung bei dem Gewinnspiel zu hinterlassen? Wirklich? Also so eine richtige Empfehlung, ja?

Mal abgesehen davon ist es echt eine ganz üble Unsitte, dass immer mehr Anbieter dazu übergehen, zwischen den regulären Newslettern reine Werbenewsletter (Entschuldigung, die nennen das ja „Partnernewsletter“) zu verschicken. Macht von mir aus Werbung in Euren Newslettern, aber diese reinen Werbemails nerven nur noch und führen entweder dazu, dass Eure regulären Newsletter im SPAM landen (was denkt Ihr denn, wie ich solche Werbeausgaben markiere und was das für die regulären Mails dieses Absenders bedeutet?) oder einfach abbestellt werden.

Da fällt mir doch ein: Hat Apple dieses Gewinnspiel eigentlich abgesegnet? Die haben da ja einige Regeln für Gewinnspiele mit Apple Produkten

Ja, auch hier läuft Werbung und ja, da ich nicht jede einzelne Google-Anzeige kontrollieren kann vielleicht auch mal Werbung für Angebote, die ich auf keinen Fall empfehlen würde. Schickt mir einen Hinweis und die entsprechende Anzeige kommt auf die Blacklist. Aber so ein personalisierter Werbenewsletter ist dann doch ein bisschen was anderes… denke ich zumindest…

1 Wobei man das mal nachrechnen muss: so ein iMac kostet regulär maximal 3.120 Euro (Maximalausbau im Apple Store), ein vertragsfreies iPhone 3GS mit 32GB dann noch 849,- Euro und ein iPad Wifi/3G mit 64GB dann noch mal 799,- Euro. Insgesamt also 4.768 Euro, pro Sponsor also 72,24 Euro. Dazu kommen dann noch zwischen 0,50 und 1,00 Euro pro Lead an die Werbepartner (das sind so die Angebote, die ich gefunden habe, zahlt jemand mehr?), das sind pro Sponsor knapp 2 Cent. Dazu kommen natürlich noch ein paar andere Kosten für Hosting, das Bauen der Gewinnspielseiten (irgendwie auch witzig: Ein Gewinnspiel bei dem es iPhone und iPad zu gewinnen gibt mit Flash zu bauen), der Veranstalter will auch was verdienen – aber klar ist: auf dem Weg kommt man wirklich günstig an valide Adressdaten, schließlich hoffen die Teilnehmer ja darauf eines der Geräte zu gewinnen.

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