Update: Für mich persönlich geht es mit „Wir für Gauck“ weiter – aber das muss dann jeder für sich entscheiden 🙂
Gute Frage, aber warum wird die mir gestellt? Einige haben da wohl einen ganz ganz falschen Eindruck…
Diese ganze „Zensursula – Not My President„-Geschichte hat Ausmaße angenommen, mit denen hätte ich nie gerechnet. Es war keine geplant Kampagne, sondern einfach nur eine spontane Unmutsäußerung über eine Facebook-Gruppe. Facebook-Gruppen werden für alles mögliche gegründet, die meisten wahrscheinlich einfach nur aus reinem Spaß oder auf der Suche nach einem Ventil für den eigenen Frust über etwas. Zumindest hoffe ich, dass es nicht wirklich Menschen gibt, die glauben die Inhaftierung eines Fernseh-Wettermanns wäre für schlechtes Wetter verantwortlich oder eine Facebook-Gruppe könnte ihr Sex-Leben verbessern.
Zu keinem Zeitpunkt hatte ich die Illusion mit dieser Gruppe mehr zu erreichen als ein paar Menschen, die eben auch nicht von Ursula von der Leyen repräsentiert werden wollen. Schon gar nicht über 23.000 Menschen in so kurzer Zeit. Und ich glaube auch nicht, dass diese Gruppe mehr als den Hauch eines Furzes Einfluss gehabt haben könnte darauf, dass Merkel von ihrer Favoritin abgerückt ist. Klar, es wurden Mails an Abgeordnete geschrieben und vieles mehr – aber Leute, mal ganz ehrlich: Hat diese Typen die Petition interessiert, die von über 130.000 Menschen gezeichnet wurde? Eben…
Ich frage mich übrigens auch, was Julia Seeliger eigentlich will. Nein, ich fühle mich nicht angesprochen, wenn sie gegen eine „Not My President“-Kampagne wettert – ich weiss nichts von einer solchen Kampagne. Denn eine Kampagne wird geplant, organisiert und koordiniert. Zwar habe ich über die Gruppe im Verlauf der letzten Tage ein paar Kontakte vermittelt, aber von Planung, Organisation oder gar Koordination war alles, woran ich unter diesem Motto beteiligt war unendlich weit entfernt: Es ist einfach passiert.
Bislang hatte ich ja durchaus den Eindruck, sie hätte schon etwas Ahnung von diesem Internetzdingens und so, aber entweder ist das ein Irrtum oder sie ist ein einfach nur angepisst, weil eine spontane Idee bei Facebook in so kurzer Zeit so viel Aufmerksamkeit bekam. Und das während sie noch am Planen einer Sommerkampagne war – aber diese Sommerkampagne fällt ja nun aus:
Deswegen werde ich den Präsidentschaftswahlkampf an mir vorbeiziehen lassen. Meine freie Zeit hätte ich ja sehr gern für eine bunte Sommer-Netzpolitik-Kampagne (die übrigens so gut wie fertig ist) genutzt. Jetzt also: in den Park gehen, tanzen und Drogen nehmen.
Vielleicht trifft man sich ja mal in einem Park, nimmt gemeinsam ein paar Drogen und sie erzählt mir dann, wie diese Sommerkampagne ausgesehen hätte. Würde mich ehrlich interessieren… Aber das ist ein ganz anderes Thema.
Also wie geht es nun weiter mit der Facebook-Gruppe? Was nicht passieren wird, habe ich dort schon klar geschrieben: Aus der Gruppe wird jetzt nicht durch Umbenennung eine „Wulff – Not My President“-Gruppe und auch keine „Gauck – My President“-Gruppe. Zwar wären beides Gruppen, die meine persönliche Meinung wiedergeben würden, aber hier geht es wohl um die Meinung von über 23.000 Menschen. Der kleinste gemeinsame Nenner war nun mal „Wir wollen keine Bundespräsidentin Ursula von der Leyen“. Bleiben also drei Möglichkeiten:
- die Gruppe lassen wie sie ist und die Sache auf sich beruhen lassen oder
- die Gruppe zu einer Diskussionsplattform „Wer soll unser/e Bundespräsident/in werden?“ umbenennen oder
- die Gruppe schließen.
Die erste Option würde nichts ändern, im zweiten Fall käme die Gruppe vielleicht auch über das rein destruktive Zensursula-Dooffinden hinaus? Oder doch einfach dicht machen, schließlich ist vdL aus dem Rennen und es muss ja nicht immer was langfristiges aus so einer Aktion werden? Ideen, Meinungen, Anmerkungen? Keine Ahnung?
Eventuell gibt es auch nur die Möglichkeiten 1. und 3. – so wie es aussieht ist die Gruppe inzwischen zu groß, als dass der Name noch geändert werden könnte. Ich vermute einen Zusammenhang mit der 5.000-Mitglieder-Grenze beim Verschicken von Nachrichten an alle Gruppenmitglieder. Beim Umbenennen erhalten nämlich alle Mitglieder eine Nachricht und wenn nun das Umbenennen bei Gruppen > 5.000 Mitgliedern möglich wäre, dann wäre das auch ein Weg diese Beschränkung zu umgehen… irgendwie… aber vielleicht würde ja der Support den Namen ändern, Fragen würde hoffentlich nichts kosten 😉


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