Zeug

Schwarzer März

Kein schwarzer März

Kurzes Update mal vorne weg gestellt: Wir sammeln gerade Ideen für einen bunten statt schwarzen März, was so ungefähr damit gemeint ist steht ja unten im Text, für die Ideensammlung gibt es jetzt eine Facebook-Seite (ja, Datenkrake und so, aber das ging jetzt am schnellsten, eine richtige Seite folgt noch :)).

Schwarzer März

Eine neue Sau wird durch’s Dorf getrieben Ein neues Bild wird durch Facebook geteilt und mal wieder frage ich mich: Ist Denken tatsächlich so anstrengend? Woran liegt es, dass so viele einfach mal alles teilen?

Ich höre es schon: „Hey, es geht gegen ACTA und Du findest ACTA doch auch doof!“ Ja, auch ich finde ACTA reichlich doof und auch ich bin der Meinung, dass eine massive Überarbeitung der Urheberrechtsgesetze dringend nötig ist, bei der sowohl die Rechte und Interessen der Urheber als auch die der Nutzer im Vordergrund stehen und nicht die Rechte und Interessen der Verwerter. Und ich weiss, dass so eine Überarbeitung durch ein Abkommen wie ACTA mindestens massiv erschwert oder gleich unmöglich würde. Daher muss ACTA verhindert werden! Damit bin ich einverstanden, dafür gehe ich auch mit auf die Strasse. Aber die Idee „Schwarzer März“ ist doch wohl nur ein richtig kräftiger Griff ins Klo!

So in den ersten 50 Millisekunden mag die Idee ja durchaus charmant sein: Man kauft einen Monat lang keine CDs, Filme, Bücher, Spiele und Magazine, geht nicht ins Kino (und auch nicht zu Konzerten?) und sorgt so für einen gehörigen Umsatzeinbruch bei den bösen Konzernen, einen Einbruch bei den Steuereinnahmen und trifft die ganzen ACTA-Befürworter dort, wo es weh tut: Am Geldbeutel. Toller Plan… der nur dummerweise einen Haken hat.

Wie es im Filmgeschäft aussieht kann ich nicht sagen, aber wenn es um Musik und Bücher geht, gibt es zwar einige richtig dicke Fische, aber eben auch sehr sehr viele kleine: Das sind Bands, die ihre Musik ohne Label (oder über ein eigenes) selbst vermarkten (oder es versuchen), die kleinen Labels, die sich von Veröffentlichung zu Veröffentlichung arbeiten, kleine Verlage, zum Teil Ein-Personen-Unternehmen, Anbieter von freier Musik… die Liste könnte ich noch lange fortsetzen.

Und mal ganz ehrlich, was glaubt Ihr denn, wen so ein Boykott am heftigsten treffen würde? Die großen Unternehmen, mit Finanzpolstern und hunderten, wenn nicht tausenden Künstlern unter Vertrag oder die kleinen Labels und Bands, die sowieso schon kämpfen müssen, um zu überleben und ganz bestimmt keinen Euro in Lobbyisten für so einen Mist wie ACTA ausgeben? Wie sehr würde es Amazon treffen und wie wären die Auswirkungen für die kleine Buchhandlung in der Stadt?

Warum also nicht statt dem „Schwarzen März“ einen „Bunten März der Neuentdeckungen“ veranstalten? Statt zu boykottieren einfach mal neues entdecken! Schaut Euch mal abseits der Kaufempfehlungen bei Amazon und iTunes um, schaut  Euch doch mal bei Jamendo nach freier Musik um! Schaut mal abseits der bekannten Pfade nach neuen Büchern, neuer Musik… guckt mal, was so an Konzerten in kleinen Läden bei Euch in der Nähe stattfindet und geht einfach mal auf gut Glück auf ein Konzert! Sucht bei Google mal nach Bands aus Euerer Umgebung, wer weiss wie viele grandiose Musiker sich praktisch direkt vor Eurer Haustür den Arsch abspielen, ohne dass Ihr davon etwas mitbekommen habt? Wann wart Ihr das letzte Mal bei einem Konzert einer Band, die Ihr vorher nicht kanntet? Klar, man kann dabei echt daneben liegen, aber es kann auch mal ein echter Volltreffer dabei sein.

Setzt einen großen, dicken Haufen auf das Zeug, was Euch eh ständig in der Werbung um die Ohren gehauen wird. Sucht nach neuer Musik und neuen Büchern und lasst Euch wenigstens mal einen Monat lang nicht von der Werbung erzählen, was Ihr gut finden müsst. Kauft mal einen Monat lang nicht einfach das, was im Chart-Regal im Mediakaufstadtsaturnmarkt steht oder Euch von Amazitunes als der neueste Hit angepriesen wird. Und warum eigentlich nur einen Monat lang? Warum nicht länger? Warum nicht wieder ein bisschen Zeit in die Suche nach der nächsten Lieblingsband investieren?

Ja und ACTA? Was kann man denn nun konkret dagegen tun?“ Was man gegen ACTA tun kann? Einiges, was deutlich sinnvoller ist, als Boykottaufrufe zu teilen: Geht am Samstag auf die Strasse, schreibt Mails an Eure Abgeordneten, an die Parteien, erzählt anderen Menschen von ACTA, verteilt Links zu Informationsseiten, auf denen die sich über das Abkommen informieren können, beteiligt Euch an den Aktionsgruppen vor Ort… das macht alles mehr Aufwand als ein Klick, klar, aber es bringt auch mehr!

Update: Da gibt es auch noch eine Petition

Kein schwarzer März „Schwarzer März“-Protestbild von Mathias.

Veröffentlicht von

Ein humanistischer Misanthrop (oder umgekehrt), der seit sehr vielen Jahren Dinge ins Internet schreibt und das weiter tut. In diesem Weblog finden sich nun aktuelle Beiträge und alte Beiträge seit 2004, die das Löschen von reichlich altem Scheiß überlebt haben.

46 Antworten auf “Schwarzer März”

  1. Bunter statt Schwarzer März…

    Kein schwarzer März – Protest von Mathias Drüben bei mir in meinem privaten Weblog habe ich einen Text geschrieben, der eigentlich doch genau hier in unser kleines Magazin passen würde. Anlass ist der Aufruf „Schwarzer März“, man solle im ganzen März k…

  2. Patty

    Klar und knackig auf den Punkt gebracht. Ich wünschte in diesem interaktiven Web 2.0 würden die Menschen endlich wieder mehr denkend agieren, statt blindlings teilen, unrefketiert, weils ja die anderen aucha lle tun… wie die Lemminge. Gut, dass es noch Leute gibt, die einem auf die Sprünge helfen… und es auch publizieren, gegen den Strom… mehr davon!

  3. xFxD

    Sehe ich auch so, der Text ist etwas zu Oberflächlich formuliert. Zwar steht dort deutlich gegen die Lobbyisten, doch von den kleinen Künstlern wird nicht geredet. Ganz abgesehen davon finde ich die Idee Zeitschriften und Magazine zu ignorieren lächerlich, da diese wohl das kleinste Interesse an ACTA haben dürften, da ihnen damit das zitieren erschwert wird. Alles in allem : eine Gute Idee, die viel zu schwammig ausgedrückt wurde

  4. kalle242

    Die kleinen 1 mann sachen haben kein Problem damit, da sie nicht nur von der Musik leben. Das können die auch garnicht. Also haben die meisten noch einen normalen Job. diese aktion trifft sie nicht.
    Und ich denke, da stehen keine konzerte da die musikindustrie daran fast nix verdient!
    Oder warum werden tracks von der gema und wer weis wem auf youtube wegzensiert für deutsches publikum, aber liveaufnahmen dürfen gespielt werden 😉

  5. Lieber kalle242, was soll ich schreiben außer: Du hast leider keine Ahnung und liegst mit Deinen Vermutungen falsch. Es gibt mehr als ein kleines Label, die sich ihren Lebensunterhalt damit verdienen für eine Hand voll Bands zu arbeiten, die das massiv treffen würde. Es gibt zwischen „Nebenbeihobbymusiker“ und „Millionenverkäufesuperstar“ eine gewaltige Zahl von Musikern, die – oft mehr schlecht als recht – von ihrer Musik leben können/wollen/müssen.
    Die alle sollen bestraft werden, weil einige große Konzerne massiv Lobby für ACTA, PIPI und KAKA machen?

    Und BTW: Natürlich kassiert die GEMA auch bei Livekonzerten und nicht gerade wenig. Und natürlich sind große Konzertveranstalter auch Teil der „Medienindustrie“, was denkst Du denn?

  6. jonas

    Deine Reaktion auf den „Schwarzen März“ finde ich mindestens ebenso unreflektiert wie die Sache selbst. Denn obwohl es im Aufruf nicht drinsteht, werden mit Sicherheit viele bei ihrer Boykottaktion das, was du schreibst, längst berücksichtigt haben. Wer denkt denn beim Gig einer lokalen Nachwuchsband an diesen Protest? Ich glaube, die Leute können recht gut trennen zwischen großem Kommerz und Kleinkunst etc.

  7. @jonas: Aha, sich also Gedanken zu dem Thema zu machen und diese mal niederzuschreiben ist genau so unreflektiert wie das gedankenlose Teilen eines Boykottaufrufs? Lustige Ansichten hast Du…
    Und zum Thema, „die Leute können trennen“: Wo ziehst Du eine Trennlinie? Na komm schon, wie groß darf ein Label sein, bevor es boykottiert wird? Darf es nur ein bandeigenes Label sein oder darf es auch zwei oder drei Bands unter Vertrag haben? Oder bei Büchern? Wie viele Veröffentlichungen darf ein Verlag haben pro Jahr? Drei Bücher? Zwei? WO ziehst DU die Grenze? Das würde mich echt mal interessieren…

    @salz: Hast Du Dir mal die verlinkten Quellen in dem Video näher angeschaut? Ja? Wirklich? Also selbst wenn das stimmen würde, was die schreiben, dann steht das in einem verschwörungstheoretischen-esoterischem Dunstkreis, der es mir schwer macht, da irgendwas zu glauben…

  8. jonas

    Mit den lustigen Ansichten befinde ich mich doch hier in bester Gesellschaft. 🙂

    Wo ich persönlich die Linie ziehen würde…puh, schwer zu sagen. Mir ging es darum, dass viele Leute m.E. genau wissen, dass mit dieser Aktion nicht kleine Konzerte in der Stammkneipe oder Art-Movies der Studenten gemeint sind.

  9. Kleine Konzerte in der Stammkneipe? Aber eine Band, die vielleicht schon größere Locations bespielt wird boykottiert, obwohl sie ihre Werke selbst vertreibt und nicht Teil der „Content-Mafia“ ist?

    1. Aha, und woher weisst Du das? Informierst Du Dich vorher darüber, wer hinter dem Label steckt bei dem sie sind? Ist es dann okay, wenn das Label nur der Band gehört oder ist es schon pfui, wenn da der Produzent mit beteiligt ist? Ist es erlaubt, dass sie ihre CDs auch über einen Indievertrieb in die Plattenläden schaffen lassen oder gilt nur, wenn sie ihre CDs selbst zu Amazon tragen?

  10. jonas

    Ob das ok ist, muss ja jeder für sich selbst wissen. 😉 Ich persönlich gehe grundsätzlich eher auf Konzerte von Bands oder Künstlern, die keine Agentur im Rücken haben, unabhängig von dieser Protestsache. Wie läuft das bei dir? Einfach rein, vorher informieren oder mal so, mal so?

    1. Aha, woher weisst Du, dass die „keine Agentur im Rücken“ haben? Und was heisst das bitte? Was ist mit Bands, die eben den ganzen Scheiss selber machen, aber dazu eine eigene Firma gegründet haben? Haben die plötzlich eine Firma im Rücken und sind böse?

      Und wonach ich entscheide? Nach Geschmack… der aber eher selten dem Massengeschmack entspricht. Da muss ich keine Hintergründe recherchieren, um zu wissen, dass ich CDs nach Möglichkeit direkt bei den Bands kaufe usw.

  11. jonas

    Wie kaufst du denn CDs direkt bei den Bands, wenn sie gar nicht selbst vertreiben? Wäre mal gut zu wissen, ich hätte unheimlich Lust auf eine „Handübergabe“ von einem großen Künstler wie z.B. Mark Knopfler. 😀

    Und ich hab’s doch eigentlich sehr deutlich gemacht, oder? Auf Konzerten von Bands, die Marketing/Vertrieb/… outsourcen, wirst du mich nicht finden. It’s that simple

    1. Inzwischen hat jede Band ihren eignen Shop, ihren eigenen Merch bei Konzerten, egal bei welchen Label oder Vertrieb sie sind. Und da haben sie auch in jedem Fall das meiste von einem Kauf, denn da haben sie auch die Händlermarge, den größten Brocken am CD-Verkaufspreis. So simpel ist das…

      Aha, das würde mich echt mal interessieren, woher Du weisst, was Bands outsourcen und was nicht… Echt jetzt. Wo ist die Grenze? Wenn die Band selbst ein Label gründet und dort Leute einstellt sind sie böse, weil sie es ja formaljuristisch nicht mehr alles selber machen, obwohl es ihre Firma ist? Oder was? Oder sobald die Songs einer Band bei iTunes verfügbar sind, sind sie böse – weil ohne einen Dienstleister kommst Du da als kleine Band nicht rein. Böses Outsourcing. Ach was, die sollen gefälligst einen eigenen Download-Store betreiben, was?
      Komm, Beispiele, auf den Konzerten welcher Bands wird man Dich finden? Und auf Konzerten welcher Bands nicht? Also Mark Knopfler darf für Dich ja gar kein Thema sein, der Kerl hat ein MANAGEMENT(!) Böse. Schlimmer noch! Der ist bei einem Major, bei Mercury/Universal(!), bei einer Firma, die man ja ganz klar zu den großen Fischen der Branche zählen muss… Content-Mafia…

  12. jonas

    Nimm doch mal den Verhör-Ton raus – sowas vergrault Kommentatoren in der Regel recht schnell. 😉

    Ich persönlich unterstütze Bands, die nicht nur die Musik, sondern auch das Drumherum selbst machen. Hier in Freiburg gibt es davon mehr als genug. Da erübrigen sich andere Fragen.

    1. Du bist lustig, kommst hier rein, wirfst mir vor, mein Text wäre „unreflektiert“ und wenn ich dann mal Deine Statements hinterfrage erübrigt sich das? Der Punkt ist: Du beantwortest keine meiner Fragen (übrigens im Gegensatz zu mir), stellst aber Behauptungen auf und jammerst dann über einen „Verhör-Ton“, wenn ich Deine Aussagen hinterfrage… Sag‘ doch einfach, was Du sagen willst: „Du bist doof“.

      Und noch mal die Frage: Hörst Du auf die Bands zu unterstützen, wenn sie ihre Songs bei iTunes anbieten? Hörst Du auf sie zu unterstützen, wenn es ihre CDs bei Amazon gibt? Hörst Du auf sie zu unterstützen, wenn sie sich beim Booking von Profis unterstützen lassen? Wenn sie sich das nächste CD-Cover von einem Grafiker machen lassen? Wenn sie zur Aufnahme der Musik in ein Studio gehen statt im Proberaum aufzunehmen? Alles „Outsourcing“. Wo ziehst Du die Grenze?

  13. jonas

    Ach Carsten, ich hab schlichtweg keine Lust auf diesen aggressiven Verhör-Stil. Und deshalb gehe ich auf deine (Fang)fragen auch nicht ein, sondern antworte kurz und bündig, wodurch sich die anderen Fragen erübrigen. Du möchtest doch, wenn du mal ehrlich mit dir selbst bist, überhaupt keine Antwort von mir, sondern ein Eingeständnis, dass ich so radikal, wie du meine Argumentation gerne ausgelegt sehen willst, gar nicht zwischen „guten“ und „schlechten“ Künstlern trennen kann. Und dass das in der Tat unmöglich ist, ist ja auch eine Binsenweisheit. Aber hör doch auf, das Ganze jetzt hochzukochen. Die Schärfe hast du reingebracht…und darauf habe ich eben keine Lust.
    Trotzdem bleibe ich dabei: Meine Unterstützung bekommen Bands, die alles selbst machen. Was ist denn jetzt so schwer daran zu verstehen? o_O

    1. Man merkt, dass Du mich nicht kennst… sonst würdest Du nicht auf die Idee kommen, ich wäre aggressiv – aggressiv sieht anders aus. Und natürlich hätte ich gerne Antworten von Dir, natürlich gerade weil ich weiss, dass auch Du nicht so genau trennen kannst. Aber das gibst Du ja zu. Merkst Du eigentlich wie Du Dir widersprichst? Einerseits behauptest Du nur Bands zu unterstützen, die alles selber machen, andererseits gibst Du ja zu, dass es solche Bands praktisch nicht gibt. Du stellst Dich also hier hin und sagst, dass Du eine ganze radikale Linie vertrittst, dabei weisst Du selber, dass Du das gar nicht kannst, Du gibst das sogar noch zu. Hä?
      Denn ich lege Deine Linie nicht radikal aus, Du formulierst sie so: „Meine Unterstützung bekommen Bands, die alles selbst machen.“
      Und ich frage eben: Wo ist für Dich die Grenze? Was darf eine Band noch andere für sie machen lassen, was ist noch „nicht wirklich selbst gemacht, aber so gut wie“ für Dich?

  14. jonas

    Mir ist es relativ egal, ob du noch ne aggressivere Seite hast, oder nicht. ;I) Lass dir doch einfach mal gesagt sein (es war ja auch freundlich mit einem Smilie dabei), dass diese ganzen „Festnagel“-Fragen, teilweise mit sarkastischem Unterton, zusammen mit Formulierungen wie „rumjammern“, aggressiv rüberkommen, ob nun so intendiert oder nicht. Jedenfalls macht es keinen Spaß, auf dieser Basis eine Diskussion zu führen. Ich finde dein Engagement in der Sache gut, halte die Idee jedoch einfach für zu kurz gedacht, da m.E. eben kaum jemand, der beim „schwarzen Freitag“ mitmacht, die kleinen Label oder das Fördern von Kultur „vor Ort“ im Kopf gehabt hat.

    Ich habe übrigens nirgendwo geschrieben, dass es kaum Bands gibt, die alles selbst machen. Da musst du falsch gelesen haben. Wie gesagt – hier vor Ort gibt es zahlreiche Beispiele. Mit zweien dieser Beispiele wohne ich zusammen. Die machen alles selbst.

    1. Hm, Du hast nicht zugegeben, dass die Trennung so nicht möglich ist, wie Du sie für Dich behauptest? Spannend, und was soll dann „Und dass das in der Tat unmöglich ist, ist ja auch eine Binsenweisheit.“ bedeuten? Es ist unmöglich, aber Du kannst es?

      Und zu den Bands, die alles selbst machen… Kein Grafiker für Logo oder CD-Cover? Die T-Shirts drucken sie selbst? Sie nehmen ihre Musik nur selbst auf und gehen nichts Studio? Sie lassen CDs nicht pressen sondern brennen alle selbst? Noch mal die einfache Frage: Wo ziehst Du die Grenze? Welche Musiker sind Deiner Meinung nach noch unterstützenswert und welche nicht?

      BTW: Wenn Du nicht willst, dass ich „rumjammern“ schreibe, dann jammer einfach nicht rum 😀 Und nein, es gibt keine „noch aggressivere Seite“, ich bin absolut nicht aggressiv, nur stur. Wenn mir jemand solche Brocken hin schmeisst, dann hinterfrage ich die. Und dass Du keine Antworten geben kannst oder willst, ist vor dem Hintergrund, dass Du mir vorwirfst, meine Meinung wäre unreflektiert ziemlich lächerlich…

  15. jonas

    Missverständnis: Ich habe geschrieben, dass die Trennung für mich als Konsumenten nicht immer perfekt möglich ist im Sinne von „wen sollte ich unterstützen und wen nicht“.

    zu den angesprochenen Künstlern: ja, die machen in der Tat alles selbst. T-Shirts übrigens soweit ich weiß nicht, das finden die ziemlich affig und selbstverliebt. 😀

    Für mich ist dein Tonfall schlichtweg aggressiv, auch wenn du das für dich in „meine größte Schwäche ist: ich bin einfach zu toll“-Manier in tapfere Sturheit ummünzt. Was du draus machst, bleibt ja dir überlassen. Ich find’s jedenfalls recht unhöflich.
    Ich habe dir eine klare Antwort gegeben, nur war sie eben nicht die von dir erhoffte Resignation angesichts deines Fragenkataloges.

    Nochmal ganz deutlich: ich unterstütze Künstler, die sich selbst managen. Bums, aus, Nikolaus. 😉

    1. „tapfere Sturheit“? Holla, einen Rhetorik-Ratgeber gefrühstückt? Der war wohl schlecht 😀 Und nein, klare Antworten hast Du bislang nicht gegeben… Du hast nur immer wieder Dein Mantra wiederholt. Resignation bei Dir ist auch gar nicht mein Ziel, ich fände es nicht schlecht, wenn Du mal ein wenig weiter denken und begreifen würdest, dass die Welt eben nicht schwarz und weiss ist, sondern es eine unfassbar große Zahl an Grautönen dazwischen gibt.

      Und zu den Künstlern, die sich selbst managen: Hm, und wenn sie sich selbst managen, aber für ein Album einen Bandübernahmevertrag (Übrigens steht das Band da für „Magnetband“, ein Überbleibsel der Analogzeit, aber die Verträge werden heute noch so genannt) mit einem Major-Label hat? Wieder die Frage: Wo ziehst Du die Grenze? Es ist nämlich bei weitem nicht mal ansatzweise so leicht, wie Du hier glauben machen willst.

      Und mein Tonfall: Mein Weblog, mein digitales Wohnzimmer, meine Regeln. Cool, oder? Wenn Dir nicht gefällt, was ich hier schreibe: Geh woanders hin. Das Internet ist groß, da findest sich sicher auch ein kuschliges Weblog, in dessen Kommentarbereich Du es Dir wohnlich einrichten kannst. Im Zweifel Dein eigenes…

  16. jonas

    Sorry, das wird mir hier zu blöd. Ich habe ziemlich deutlich gemacht, unter welchen Umständen ich Künstler unterstütze. Und es gibt in der Tat Gruppierungen, auf die das alles zutrifft. Da erübrigt sich jede Frage, ob „mit selbstgepresster CD oder nicht“ oder sonstwas. Ja, es gibt diese Bands, ob du das nun für möglich hältst, oder nicht.

    Dass du auf meinen Hinweis, der Tonfall hier sei ziemlich unfreundlich, mit einem Verweis auf „meine Regeln“ (ist sowas eine Regel?!?) reagierst, sagt eigentlich alles. Sandkasten-Rhetorik ftw. Viel Spaß noch mit eurem Grüppchen – vielleicht knackt es auf Facebook ja noch die 100.

    Schönes Leben noch 😉

    1. Na wenn Du jetzt gehst kann es nur besser werden, tschüss dann 🙂

      BTW: Nein, es gibt solche Bands nicht, jede Band braucht irgendwann „externe“ Hilfe. Und hast Du eigentlich mal das Originalvideo zum „Black March“ gesehen? Ja? Auch verstanden? Sicher?

  17. iBaer

    Geliket, geteilt und bis März wieder vergessen 😀 50% haben es in diesen 20 Tagen bis zum März eh wieder verdrängt und gehen genüsslich in die Läden und kaufen ein wie gewohnt, also warum diese Diskussion?
    Die andere Hälfte wird sich denken “ oh, das ist aber mein Lieblingsmusiker, die CD MUSS ich haben. “ Ihr wollt ACTA und den restlichen Mist stoppen, indem ihr zu 10. auf die Straße geht und eure Schilder presentiert? Hey, ich bin gerne beim schwarzen März und bei eurer Demonstration dabei, denn alles was uns dem scheitern ( zumindest auf deutscher Ebene ) von Lobbying, ACTA, FUFU oder was auch immer näher bringt ist doch gut, oder?

    Übrigens diese letzte Diskussion ist lächerlich.. Du fühlst dich meiner Meinung nach schon persönlich angegriffen, weil dir jemand Contra gibt und uneinsichtig ist bzw nicht deine Meinung übernehmen will.. Kein Mensch wird im März Zuhause sitzen und an die Wand starren, es wird weiterhin eingekauft. Und wo jemand die Grenze sieht kann DIR doch egal sein, kümmer DU DICH um DEINE Grenze.

    1. Nein iBaer, lächerlich ist nur eins: Wenn da jemand daher kommt, mir vorwirft meine Meinung wäre unreflektiert und selber ganz offensichtlich keine 5 Minuten über das Thema nachgedacht hat. Angegriffen fühle ich mich von so jemandem nicht, eher amüsiert. Obwohl es ja eigentlich traurig ist…
      Und was die Demos morgen angeht habe ich so ein bisschen das Gefühl, dass es mehr als 10 werden. Da bin ich mir sogar sicher.

      BTW: Was ist in Polen gleich noch mal passiert, damit die Regierung dort den Ratifizierungsprozess ausgesetzt hat? War es ein Boykott oder waren es Demos?

  18. […] Angst haben zu müssen, dass da mehr draus wird Ich hätte ja echt nicht damit gerechnet, dass mein spontaner „Euer Totalyboykott-Aufruf-Geteile nervt mich“-Beitrag so einen Wind machen würde. Aber nun gut, den Wind hat er gemacht und jetzt tue ich mal etwas, was […]

  19. Luzi

    Perfekt auf den Punkt gebracht. Den schwarzen März sollte man nicht unterstützen. Es schadet mehr den Kleinen, als den Großkonzernen die genug Geld haben UND Versicherungen die denen alles bezahlt.

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