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Piraten: Dieter Bohlen ist der beste Musiker Deutschlands

Piratige Kulturförderung?
Piratige Kulturförderung?

Okay, vielleicht nicht der beste Musiker, aber zumindest einer der Besten. Und es sagen ja auch nicht alle Piraten und so ganz direkt will es wahrscheinlich auch keiner sagen, aber wenn man die Argumentation einiger Piraten in den Kommentaren bei Mela logisch weiter denkt, dann stellt man fest, dass Dieter Bohlen wohl der beste Musiker/Songschreiber/Produzent Deutschlands sein muss…

Das Ziel, um das es diesen Piraten geht: 10 Jahre nach Erstveröffentlichung sollen die exklusiven Verwertungsrechte für die Urheber weg fallen, es soll also z.B. 10 Jahre nach einer Erstveröffentlichung jeder ein Buch nehmen können und es selbst nachdrucken und verschenken oder auch verkaufen dürfen und der Autor bekommt dafür nichts.

Die Argumentation dafür: Bald würde eh nur noch digital vertrieben, damit würden viele Kosten der physikalischen Produktion und des Vertriebs weg fallen und wer es nicht schafft innerhalb von 10 Jahren genug Geld mit seinem Werk zu verdienen, der hat halt Pech gehabt, am Markt vorbei geschrieben. Pech. Künstlerpech, um genau zu sein.

Aber warum 10 Jahre warten? Warum müssen nicht Filme, Musik und Texte vom ersten Tag an kostenlos verteilt werden? Das wäre es doch – wenn die Sachen wirklich gut sind, dann werden schließlich reichlich Menschen Schlange stehen, um freiwillig dafür zu bezahlen.

Und jetzt mal die Ironie weg packen und eine ganz ernsthafte Frage: Möchte wirklich irgendjemand in einer Welt leben, in der nur noch Musik geschrieben wird, die sich schnell und gut verkauft? In der nur noch Bücher nach Standardschema geschrieben werden? Glaubt denn wirklich einer der Befürworter der „Enteignung“ der Kreativen ernsthaft daran, dass es in irgendeiner Form der kulturellen Vielfalt und Entwicklung dient, wenn Künstler nicht mehr Kunst schaffen, sondern kunstähnliche Produkte, die sich möglichst schnell verkaufen lassen? Wie viele Songs wurden erst Jahre nach der Erstveröffentlichung von einer größeren Zahl an Menschen entdeckt? Wie viele Bücher haben sich erst nach Jahren durch einen Film auf deren Grundlage wirklich gut verkauft? Wollen die mir echt erzählen, dass kommerzieller Erfolg, also Masse, gleichbedeutend ist mit künstlerischer Qualität? Ist also RTL die Krone der kreativen und künstlerischen Leistungen in diesem Land rund um bewegte Bilder? Dieter Bohlen der beste Musiker Deutschlands – neben den ganzen Volksmusikanten? Der aktuelle Jamba-Klingelton-Song ist das beste Lied aller Zeiten – bis der nächste Klingelton in Dauerrotation durch die Werbeblöcke geprügelt wird? Ist das wirklich so? Die schaffen also echte Kunst, deren Werke sind „gut“, weil sie eben von vielen Menschen gekauft und konsumiert werden? Und gilt das dann auch für andere Werke nicht-materieller Art, wie Software? Ist Windows das Beste aller Betriebssysteme? Die BILD die beste Zeitung Deutschlands?

Und die Jungs aus der kleinen Band aus Eurem Ort, die sich seit Jahren den Arsch abspielen mit eigenen Songs, aber nicht weiter kommen, weil sie kaum noch Gelegenheiten haben für mehr als einen Kasten Bier zu spielen, na die sind halt einfach zu schlecht? Und falls zufällig dann nach 12 Jahren jemand mit genügend Geld ein Demo dieser Band in die Hand bekommt, darin Potential sieht, anfängt Werbung zu machen, die Songs zu verkaufen (sind ja 10 Jahre rum) und dadurch reich wird, dann liegt das an was bitte? Nach der 10-Jahre-müssen-reichen-Argumentation ist die Band ja einfach nur schlecht und deren Songs taugen nix, weil sie 10 Jahre lang nichts daran verdient haben. Der Typ, der dann aber 12 Jahre später die Songs nimmt und erfolgreich verkauft ist gut, weil…? Weil er Geld hat und entsprechend Werbung machen kann?

Zumindest eines muss man den Piraten zugute halten, sie haben ein Problem richtig erkannt: Das aktuelle Urheberrecht behindert die Weiterentwicklung unserer Gesellschaft, egal ob es um technischen Fortschritt oder um Kunst und Kultur geht. Soweit stimmt das. Dann kommt aber schon der erste Irrtum: Kopieren würde uns weiter bringen. Falsch. Kopieren bringt nichts und niemanden weiter. Wie bringt es die Kultur weiter, wenn ich mir ein eBook kopiere? Gar nicht. Es bringt auch mich nicht weiter. Nur die die Verbreitung des Wissens, der Ideen, der Gedanken, die in diesem Buch aufgeschrieben wurden bringt uns weiter. Weiter bringt es uns, wenn dieser Inhalt als Grundlage verwendet wird um weiter zu denken, darüber zu diskutieren und zu streiten, eigene Ideen auf der Grundlage anderer Ideen zu entwickeln, sich von den Ideen anderer inspirieren zu lassen und dann etwas neues auf dieser Grundlage zu schaffen. Aber das reine Kopieren führt nicht zu neuen Ideen. Das reine Kopieren erzeugt nur leblose Abbilder. Kultur ist mehr, als möglichst viele MP3s auf der Festplatte zu haben. Kultur muss erlebt werden, muss gelebt werden, muss aktiv gestaltet werden.

Und ja, ich bekomme das Kotzen, wenn Leute irgendwas von „Kultur fördern“ erzählen, die sich am Ende doch nur ohne Risiken und umsonst bedienen wollen. Und nein, ich denke nicht, dass durch eine plötzliche freie Verfügbarkeit gewaltiger Mengen an Songs, Filmen und Büchern auf einmal die große Mehrheit der Konsumenten schlagartig zu Produzenten wandeln würde. Warum denn auch? Vor lauter Konsum hätten die doch gar keine Zeit mehr, etwas eigenes (egal von wem inspiriert) zu schaffen.

Natürlich ist das mit dem Urheberrecht nicht einfach und es muss einiges geändert werden, aber einfach mal so den pauschal Urhebern nach 10 Jahren die Rechte weg zu nehmen kann keine Lösung sein, da ist es keine Frage von 10 oder 20 Jahren. Wenn das die Antwort der Piraten auf die Probleme mit dem aktuellen Urheberrecht ist, dann sollten sich die Piraten mal ernsthaft damit befassen überhaupt mal die richtigen Fragen zu stellen, daran scheint es ja doch massiv zu fehlen…

Und nein, ich habe sicher auch kein Patentrezept (haha) und sicher müssen Verwertungsrechte nicht auch noch vererbt werden können oder zumindest nicht 50 oder mehr Jahre nach dem Tod des Urhebers noch gelten. Auch müssen klare Rahmenbedingungen für Nutzungsarten her, die so gerne als „Fair Use“ bezeichnet werden, es müssen einfache Regeln her für nicht-kommerzielle Nutzung und (auch kommerzielle) Remixes. Privatkopien müssen gesetzlich gestärkt werden, wir brauchen ein Recht auf Privatkopie und es muss damit aufgehört werden, kleinste Urheberrechtsverletzungen immer stärker bestrafen zu wollen (ganz zu schweigen von so Krampf wie Internetverbot für Urheberrechtsverletzungen). Es muss vielleicht auch eine Art „Verwertungspflicht“ geben, an die die Verwertungsrechte gekoppelt wird (ähnlich bei Marken, die man ja auch irgendwann mal nutzen und die man verteidigen muss). Spricht ja nichts dagegen, dass Werke freigegeben werden, wenn die Rechteinhaber sie jahrelang nur noch im Keller verrotten lassen, statt sie weiterhin anzubieten. Man merkt schon, es ist nicht einfach und dabei gibt es noch viel mehr Themen, die da mit dazu gehören, sei es der Zugriff auf wissenschaftliche Arbeiten, die Patentierung von Tieren und Pflanzen und anderer Patentirrsinn…

Übrigens schön, wenn Befürworter dieser 10-Jahre-Forderung dann schreiben:

Im Falle von Büchern, Musik usw. werden die Autoren / Interpreten ja aber nicht überflüssig. Sie leisten ja immer noch die gleiche Arbeit. Und müssen das auch weiterhin tun.

Was sich aber ändert ist das Umfeld dieser Arbeit, die Art und Weise, wie sie ihr Leben mit dieser Arbeit finanzieren können.

Eine nette und harmlos Umschreibung für „Schreibt gefälligst weiter Eure Bücher und Songs und lebt damit, dass wir Eure eh schon nicht so guten Möglichkeiten davon zu leben durch die massive Verkürzung von Schutzfristen noch weiter verschlechtern wollen!“.

So viel Text mitten in der Nacht geschrieben, dabei wollte ich doch eigentlich nur kurz kommentieren und schon längst schlafen…

Update: Jetzt habe ich doch fast das wichtigste überhaupt vergessen. Disclosure: Ja, ich schreibe selbst an einem Buch und zwar für einen Verlag und natürlich hätte ich ja dann doch gerne, dass von dem Buch ein paar Stücke verkauft werden, so dass zumindest die ganzen Kosten wieder rein kommen (alleine was da an Fahrerei und Übernachtungskosten für die Recherche anfällt). Ein paar Euro darüber hinaus um den Kühlschrank zu füllen wären natürlich auch ganz prima und wenn das dann auch noch schnell geht und keine 10 Jahre dauert, dann wäre das natürlich noch viel primaer… Und selbst wenn ich mich schon nach einem Jahr dumm und dämlich verdient hätte, würde ich z.B. nicht wollen, dass nach 10 Jahren jeder daher kommen und ohne eigene Leistung mit dem Verkauf des Buches Geld verdienen könnte, ohne mich daran zu beteiligen. Auf der anderen Seite würde ich aber auch dafür sorgen wollen, dass das Buch weiter verfügbar bleibt (z.B. als kostenloses eBook), selbst wenn es sich für den Verlag irgendwann nicht mehr lohnen sollte, es weiter zu verkaufen…

11 Antworten auf “Piraten: Dieter Bohlen ist der beste Musiker Deutschlands”

  1. Danke! Wer als Künstler bzw. Musiker, Autor, Texter, Designer etc. die Piraten wählt, sollte sich darüber im Klaren sein, daß er seinen finanziellen Ruin besiegelt, sollten die Freibeuter das Ruder tatsächlich mal irgendwann übernehmen.

    Und warum soll das Urheberrecht nicht die Erben absichern, auch mehr als zehn Jahre über den Tod hinaus? Werden Hauserben auch enteignet und zu öffentlichen Führungen gezwungen, nur weil sie einen so schönen Park haben und soviel kulturell wertvolle Sammlerstücke im Musiksalon? Diese kackdreiste Einstellung macht mich sprachlos.

    Mit der „Verwertungspflicht“ ist es aber auch nicht so einfach: Wenn der erfolglose Musiker aus Deinem Beispiel weiter oben keinen Laden findet, der ihn auftreten lassen will und keinen Radiosender, der ihn spielen will, was dann? Wäre seiner Pflicht genüge getan, wenn er seine Musik auf seiner Seite zum Verkauf/Download anbietet, auch wenn sie niemand haben will?

  2. @Kiki

    Kiki :

    Und warum soll das Urheberrecht nicht die Erben absichern, auch mehr als zehn Jahre über den Tod hinaus? Werden Hauserben auch enteignet und zu öffentlichen Führungen gezwungen, nur weil sie einen so schönen Park haben und soviel kulturell wertvolle Sammlerstücke im Musiksalon? Diese kackdreiste Einstellung macht mich sprachlos.

    Weil es eben doch einen Unterschied gibt zwischen materiellen Gütern und „geistigem Eigentum“. Würde man diesen Unterschied nicht machen, dann müssten wir heute noch Lizenzen zahlen für jedes Rad, dass wir meisseln (und viel weiter wäre die Menschheit dann auch nicht gekommen).

    Mit der „Verwertungspflicht“ ist es aber auch nicht so einfach: Wenn der erfolglose Musiker aus Deinem Beispiel weiter oben keinen Laden findet, der ihn auftreten lassen will und keinen Radiosender, der ihn spielen will, was dann? Wäre seiner Pflicht genüge getan, wenn er seine Musik auf seiner Seite zum Verkauf/Download anbietet, auch wenn sie niemand haben will?

    Ja, warum soll das nicht ausreichen? Aber eines der Probleme der aktuellen Situation ist doch zum Beispiel, dass schon mal veröffentlichte Musik, Bücher oder Filme nicht mehr zu kaufen sind, obwohl es oft ohne großen Aufwand möglich wäre, diese Songs, Filme oder Bücher digital anzubieten. Andererseits soll es aber trotzdem verboten bleiben, diese Sachen zu kopieren – warum denn das? Deswegen muss man nicht gleich die kommerzielle Verwertung frei geben, aber zumindest die nicht-kommerzielle Weitergabe sollte dann erlaubt sein.

    Und ja, ich weiss, dass es im Zweifel auch nicht ganz so einfach sein wird, da es durchaus auch andere Gründe für die Einstellung des Vertriebs geben kann, als nur „kein Bock“.

  3. CaeVye

    @Kiki
    Wichtig als Ergänzung ist allerdings, dass sich an der Diskussion in Melas Blog Piraten sowohl bei der einen, als auch bei der anderen Position finden.

    Tatsache ist, dass die breite Diskussion versäumt wurde, und eine Menge Vorurteile, Halbwissen und Stammtischmeinungen nun „plötzlich“ auf Fakten treffen.

    Dass hier der Eindruck „Piratenpartei vs. Kreative“ als zwei sich ausschließende Pole erzeugt wird, ist auch nicht glücklich. (Dass die Diskussionskultur der Piraten generell eine eher ruppige ist, sollte sich inzwischen auch herumgesprochen haben. Leider.)

  4. Zumindest für die bei Mela stattfindende Diskussion gibt es eine einfache Lösung:
    Nach 10 Jahren Rechtefreigabe, dafür die Buchpreise in den ersten 10 Jahren einfach um 500% anheben. Was wohl die Befürworter sagen würden, wenn ein Buch auf einmal 200,- Euro in der Erstauflage kostet, anstatt 40,-?

  5. Tim

    Ich sehe die Verkürzung der Urheberrechtsdauer eher als Mittel um Kreativität zu fördern, als als Bedrohung der Innovation und Förderer immer der gleichen, schnell verkaufbaren Kunst. Sie nimmt zum Beispiel der Filmindustrie die Möglichkeit, sich an guten Klassikern in der x-ten DVD Auflage reich genug zu verdienen um damit den zehnten Teil Transformers oder den siebten Teil Star Wars zu finanzieren. Innovation wäre wichtiger denn nur Innovation bringt den nächsten Film, der sich die nächsten zehn oder zwanzig Jahre gut verkaufen lässt. Der x-te Aufguss eines alten Konzeptes bringt es dann leider nicht mehr.

    Ich glaube besonders kleine Künstler könnten dadurch nur gewinnen.
    Das Argument, dass jemand mit dem richtigen Marketing 12 Jahre nach Album release dann die arme Band ausnimmt scheint mir doch sehr an den Haaren herbei gezogen.
    Schließlich wär die Musik in dem Falle eh in der Public Domain und dadurch schlecht zu vermarkten. Außer es handelt sich um den Künstler selber, welcher durch Fans unterstützt wird, die auch weiterhin gerne bezahlen. Man sollte sich nichts vormachen, dieser Fall wird so nie eintreffen. Es ist eher ein Wunschdenken, vielleicht doch noch einmal für die so brotlose Kunst belohnt zu werden.
    Und selbst wenn dieser Fall eintreten würde, würde dadurch nicht auch die Band berühmt werden? Und könnte diese Band dann nicht selbst ihre Vermarktung in die Hand nehmen und zum Boykott des anderen Herausgebers aufrufen?
    Das ist jetzt dank Social Media schon sehr gut möglich; wie leicht wäre es dann erst in zehn Jahren?

    Niemand wird mein Produkt nach zehn Jahren stehlen und damit einen Haufen Geld machen. Das ist doch reine Paranoia.

    Meine, zugegeben recht optimistische Ansicht ist, dass eine Verkürzung des Urheberrechts dazu führt, dass weniger kurzlebige Aufgusskunst entsteht sondern Kunst, die auch die vollen zehn Jahre zu verkaufen ist. Plattenfirmen wären gefordert, immer neue Innovation zu fördern damit ihnen nicht plötzlich der Geldfluss versiegt.
    Fehlende Innovation wäre fatal wenn plötzlich der Trend umschwingt und keiner den ewig gleichen Mist mehr hören möchte. Dann gäbe es keinen Klassiker Puffer mehr, der den Absturz mit Weihnachtslieder CD’s und Michael Jackson Gedenkplatten abfedern könnte.

  6. @Tim
    An den Haaren herbei gezogen? Sehe ich nicht so: Schau doch mal, wie lange es oft dauert, bis Bücher verfilmt werden – das kann schon mal locker 10 und mehr Jahre dauern. Soll also dann der Autor eines Buches am Erfolg eines Filmes auf der Grundlage seines Buches nicht mehr profitieren, nur weil der Film erst 10 Jahre und einen Tag nach Veröffentlichung des Buches gemacht wird? Das soll Innovation fördern? Oder anders rum: Soll der Autor eines Buches gegen eine schlechte, vielleicht auch verfälschende Verfilmung seines Buches keine Handhabe mehr haben?
    Nein, damit wird keine Innovation gefördert, sondern nur ein zusätzlicher Druck erzeugt, möglichst alles aus einer Veröffentlichung raus zu quetschen – und das wird IMO zu Lasten der Qualität gehen. Ein Autor muss dann innerhalb von 10 Jahren jemanden finden, der sein Buch verfilmt, wenn er da noch irgendwie beteiligt sein will (und damit meine ich nicht nur finanziell) – wie soll das die Position des Autors stärken?
    Und warum soll ein Musiker nichts davon haben, wenn 12 Jahre nach der Veröffentlichung seines Songs, dieser zum Soundtrack eines Films gehört, der ein fetter kommerzieller Erfolg ist? Da sollen dann also die Macher des Films verdienen, denn es wird natürlich auch den Soundtrack zu kaufen geben – und der Urheber des Songs geht leer aus? Das stärkt den Urheber? Das soll fair sein?
    Ich kenne Beispiele von Bands, die heute noch konstant alte Veröffentlichungen (auch deutlich älter als 10 Jahre) verkaufen. Reich werden sie damit nicht, es ist aber ein Teil ihre Lebensunterhalts, es trägt dazu bei, dass sie die Möglichkeit haben weiter neue Musik zu machen, statt sich einen „Standard-Job“ suchen zu müssen. Inwiefern stärkt es solche Musiker, wenn nach 10 Jahren jeder ihre Alben nehmen und vertreiben kann?

    Mindestens zur Lebenszeit eines Urhebers muss das Urheberrecht bestehen bleiben – ohne Ausnahme. In Sachen juristischer Personen und bei der Frage, ob die solche Rechte wirklich vererbbar sein müssen können wir gerne diskutieren. Auch über die Fragen privater Nutzung und beim Thema Mashups lässt sich vieles verbessern.
    Aber Urhebern schon zu Lebzeiten die Rechte an ihren Werken zu nehmen ist weder fair und stärkt vielleicht Verwerter, aber mit Sicherheit nicht die Urheber. Und zu Innovation trägt es erst recht nicht bei, im Gegenteil: Wenn die Zeiten, in denen man die Kosten für die Schaffung eines Werke wieder rein holen kann, so drastisch verkürzt würden, dann wäre es vorbei mit Innovation. Warum sollte jemand noch das Risiko eingehen, etwas komplett neues zu schaffen, wenn das Risiko so deutlich gestiegen ist, die Kosten dafür nicht mal langfristig rein zu bekommen? Nö, damit kommt dann erst recht der immer wieder neue Aufguss bereits erfolgreicher Werke. Warum sollte man riskieren ein Drehbuch von einem unbekannten Autoren zu verfilmen, wenn man einfach den 17ten Teil einer Serie bringen kann? Außerdem muss man das Drehbuch ja nur in den Schrank legen und 10 Jahre später kann man es dann einfach verfilmen, ohne dass einem da so ein doofer Autor rein reden kann…

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