Ein weiteres Jahr durchgespielt, leider ist der Endgegner noch nicht erledigt und wird auch im nächsten Jahr noch eine Rolle spielen, aber immerhin habe ich einen wichtigen Vorsatz für dieses Jahr geschafft: Überleben.
Dieses Jahr sollte eigentlich recht entspannt werden, geplant war der Umzug von Oldenburg zurück nach Saarbrücken, was auch soweit prima geklappt hat, dank vieler Helfer*innen. Aber alles danach lief dann einfach komplett anders als geplant. Etwas mehr als ein halbes Jahr war ich im Dauerfluchtmodus. Die Insolvenz der junge haie GmbH hat praktisch jeden Plan gekillt. Die waren nicht nur Gesellschafter, sondern auch großer Kunde der Leo Skull und für mich bedeutete das eine Entscheidung zu treffen: Entweder für die Leo Skull GmbH ebenfalls einen Insolvenzantrag stellen oder kämpfen.
Wer mich kennt weiß, das sich ziemlich stur sein kann und nein, eine Insolvenz war für mich keine Option – obwohl mir durchaus klar war, dass dieser Weg für mich persönlich einfacher gewesen wäre. Also habe ich aufgehört mir – und nur mir – mein Gehalt auszuzahlen und stattdessen dafür bezahlt, dass ich für mein Unternehmen arbeiten darf. Inzwischen ist das alles soweit durchgestanden, mit der Insolvenzverwalterin der Haie gibt es eine Einigung über deren Anteile (übernehme ich), die für die Haie und deren Anforderungen betriebene Infrastruktur ist abgebaut, auch ich bekomme wieder ein Gehalt, die GmbH hat – außer bei mir – keine Schulden mehr und wenn nun endlich die Formalitäten (Notar und Registergericht) durch sind, kann es relativ entspannt weitergehen – und sollte es jetzt noch schief gehen, dann hätte außer mir niemand Geld dabei verloren. Auch hatte ich es geschafft, dass zu keinem Zeitpunkt die Services für unsere Kund*innen in Gefahr waren und ein paar Kund*innen der Haie, die bei uns gehostet wurden und werden, hatten dadurch weniger Stress und keine Unterbrechung ihrer Dienste. Soweit der positive Teil, der nur deswegen funktioniert hat, weil Familie und Freund*innen mich dabei unterstützt haben.
Weniger schön war ständig auf Alarm zu laufen, keinen Urlaub zu haben und nicht unter 80 Stunden die Woche zu arbeiten. Das alles über mehrere Monate ist nicht gesund und so hat es mich dann zum Ende dieses Jahres ordentlich zerlegt. So kam dann auch ein neuer Satz in meine Sammlung von Sätzen, die ich nicht mehr hören will: „Sie sind auf einem richtig guten Weg, also wenn ihr Ziel ein Schlaganfall ist…“ Nein, ich will weder damit angeben wie viel ich gearbeitet habe oder Mitleid dafür – ich hatte es mir ja selbst ausgesucht und erstrebenswert ist so ein Arbeitspensum sicherlich nicht. Ich muss es jetzt einfach ruhiger angehen – geht auch gar nicht anders.
Überraschenderweise gab es aber zwischendurch doch noch ein bisschen Zeit für Privatleben. Selbst und frisch zu kochen konnte ich überwiegend noch durchziehen, egal wie groß die Versuchung war, einfach was zu bestellen. Hector wurde immer zutraulicher, inzwischen liegt er auch schon mal neben mir im Bett und lässt sich kraulen. Nachdem mich die Homebridge damit genervt hat, dass der Pi auf dem sie lief zu alt wäre für das kommende Update, habe ich auf Home Assistant umgestellt, hätte ich viel früher machen sollen. In meinem Kopf existiert dazu auch schon ein Blogbeitrag. Die Katzen haben jetzt ein zweites Roboter-Klo, zum Popur X5 kam der Nachfolger S7 SLS dazu. An der Software wird noch gearbeitet, aber eine Anbindung an Home Assistant gehört zu den angekündigten Features – dann kann endlich der Staubsaugeroboter automatisch loslaufen, nachdem die Katzen das Klo benutzt haben. Denn das wurde in diesem Jahr wieder nicht erfunden: Eine Lösung gegen das aus dem Klo fliegende Streu. Ein paar Klemmbausteine habe ich zwischendurch auch zusammengebaut, aber der Entspannungseffekt ist auch da deutlich geringer als früher. Hilft halt alles nix, wenn man im Kopf ständig darüber nachdenkt, was noch alles zu tun ist und was noch alles schief gehen kann.
Dann mal schauen, was 2026 bringt. Ich verkneife mir jetzt ein „Es kann ja nur besser werden“, denn erfahrungsgemäß beweist einem das Universum nach solchen Sätzen gerne, wie falsch man mit dieser Annahme doch liegt. Klar ist auf jeden Fall, dass im kommenden Jahr das Überleben noch ein Stück herausfordernder wird als in den letzten.
Beitragsbild von Gerd Altmann via Pixabay
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