Da versucht man noch Tempora zu verdauen und schon kommen unsere Supersicherheitspolitiker und setzen einen so gewaltig dicken Haufen auf unsere Grundrechte, dass der Gestank dieses Haufens… ‚tschuldigung, ich rutsche schon wieder ab in die Fäkalsprache.
Bei Heise ist es schön zusammen gefasst, was Mecklenburg-Vorpommern beschlossen hat:
Dort kann künftig letztlich jeder Dorfpolizist sensible Informationen einschließlich Zugangscodes wie PINs und PuKs sowie gespeicherte Passwörter für E-Mail-Konten oder Cloud-Dienste abfragen. Die Rede ist auch von Daten, mit denen der Zugriff auf Endgeräte oder Speichereinrichtungen, die von diesen „räumlich getrennt eingesetzt werden“, möglich wird. Eine Richtergenehmigung müssen Ermittler nicht einholen.
Wow. Das muss man mal sacken lassen. Zugangsdaten zu eMail-Postfächern und Cloud-Diensten, einfach so, ohne Richtervorbehalt. Aber hey, das ist ja nicht so schlimm, sagt zumindest Innenministerium:
Das Innenministerium hält dagegen, dass die Auskunft über Bestandsdaten lediglich mit einem geringfügigen Grundrechtseingriff verbunden sei.
Ein geringfügiger Grundrechtseingriff?? Jeder Polizist kann einfach mal so die Passwörter zum eMail-Konto von irgendeinem abfragen und mal – natürlich nur zu Sicherheit – schauen, was der Mensch da so für Mails schickt und empfängt und das soll nur ein geringfügiger Grundrechtseingriff sein? Geht’s noch? Ab wann ist ein Grundrechtseingriff nicht mehr geringfügig? Bei Folter? Die haben doch echt einen an der Klatsche. Bitte für den 22. September merken: CDU und SPD haben das dort beschlossen, Grüne und Linke waren dagegen.
Schleswig-Holstein hat ähnliches beschlossen, nimmt ausdrücklich noch die Zugangsdaten zu sozialen Netzwerken mit rein, aber immerhin – man muss ja schon über Kleinigkeiten froh sein – mit Richtervorbehalt und nachträglicher Information der Betroffenen. Dafür waren SPD, Grüne, SSW und CDU, die FDP (die sich doch selbst immer gerne als „Bürgerrechtspartei“ bezeichnet) hat sich enthalten und die Piraten haben dagegen gestimmt.
Und in NRW bleiben zwar Passwörter und „vergleichbare Codes“ draussen, dafür aber auch der Richtervorbehalt. Immerhin auch hier eine nachträgliche Information der Betroffenen. Dafür: SPD und Grüne, dagegen CDU, FDP und Piraten.
So, welche Parteien haben nun konsequent – so sie im jeweiligen Landtag vertreten sind – gegen die staatliche Schnüffelei gestimmt? Die Linken und die Piratenpartei. Liebe Leute, merkt Euch das bis zum 22. September und wählt bitte nicht die Schnüffler-Parteien CDU, CSU, SPD, FDP und Grüne! Danke.



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