Leider war mein erster Gedanke vollkommen falsch. Zuerst hielt ich dieses „X-Pire“ für einen blöden Witz. Einen richtig blöden Witz. Bisher dachte ich nämlich, dass man als Professor für Informatik nicht ganz bekloppt sein kann. Leider vergass ich dabei, dass Professoren vielleicht nicht bekloppt, aber – wie auch Politiker – komplett weltfremd sein können. Kann man solche weltfremden Spinner nicht irgendwie günstiger und ohne großes Aufhebens in irgendwelchen dunklen Uni-Kellern beschäftigen? Muss man die echt draussen rumlaufen, Firmen gründen und Interviews geben lassen?
Die kommen tatsächlich mit einer Software daher, die Bilder verschlüsselt und die Entschlüsselung nur nach Check gegen einen zentralen Server und Eingabe eines Captchas ermöglicht – und das natürlich nur mit einem Browser-PlugIn (das es bisher auch nur für Firefox gibt) und kostenpflichtig. Natürlich jubelt unsere Verbraucherverarschungsministerin Aigner schon was von wegen „Höchster Datenschutz made in Germany“. Also wenn das zum Besten gehört, was aus Deutschland in Sachen Datenschutz kommt, dann sollten wir in Zukunft allesamt lieber mal ganz intensiv die Fresse halten, statt uns über Google, Apple und Facebook zu beschweren. Eine Bildverschlüsselung für’s Netz, die sich mit einem einfachen Screenshot umgehen lässt? Mit zentralem Schlüsselserver? Kostenpflichtig? Und dafür wurden wahrscheinlich auch noch Steuergelder ausgegeben?
Wenn die ganze Welt nun über Deutschland und Frau Aigner lacht, dann gibt es dazu nur eins zu sagen: „Womit? Mit Recht!“. Ich versuche derweil mal die Handabrücke aus meinem Gesicht zu kneten…
Noch zwei Links zum Thema:
- netzpolitik.org
- Hadmut Danisch nimmt sich sehr viel Zeit, das ganze Konzept in aller Ausführlichkeit zu zerlegen


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