Kleines Update am Ende des Beitrags…
Wir haben Marktwirtschaft in diesem Land, welche angeblich frei und auch sozial sein soll. Mit dem „sozial“ haut das schon länger nicht mehr so ganz hin, aber das ist ein anderes Thema. Hier geht es jetzt mal um das „frei“. Ich persönlich würde die Freiheit ja durchaus so interpretieren, dass zum Beispiel ein Einzelhändler selbst entscheiden kann, was er in seinem Laden verkaufen möchte und was nicht. Das scheint aber wohl nicht zu gelten…
Zumindest ist das wohl die Meinung des Mitteldeutschen Presse Vertriebs. Anders kann ich diese Meldung nicht interpretieren:
Also verstehe ich das richtig? Edeka Heymer in Chemnitz möchte zwar durchaus Zeitungen und Zeitschriften verkaufen, aber nicht die Bild-„Zeitung“? Das sollte doch in einer freien Marktwirtschaft kein Problem sein. Doch ein Problem, sagt nun wohl der entsprechende Grossist und beliefert diesen Markt mit überhaupt keinen Zeitungen und Zeitschriften mehr. Und aufgrund irgendwelcher Gebietsabsprachen darf sich der Markt nicht mal nach einem anderen Grossisten umschauen, der den Markt dann eben nur mit den Zeitungen und Zeitschriften beliefert, die man dort auch verkaufen möchte?
Also nur, dass ich das wirklich richtig verstehe: Der Presse Vertrieb sagt also, dass sie gar nichts mehr liefern, wenn der Markt nicht auch die Bild-„Zeitung“ verkauft? Warum tut der Vertrieb das? Und viel wichtiger: Kann der das wirklich und wenn ja, warum?
Jetzt wirklich ernsthaft: Sind die noch ganz sauber?
Update: nein, die sind nicht ganz sauber. Der Axel Springer Verlag – von dem sich der Vertrieb die Anfrage der taz beantworten lässt – glaubt doch tatsächlich, dass es die Pressefreiheit gefährden würde, wenn ein Händler die Bild-„Zeitung“ nicht verkauft. Ja nee, ist klar. Ausgerechnet die Abwesenheit der Bild bei einem Verkäufer soll die Pressefreiheit gefährden? nach der Logik würde ein Supermarkt, der kein Klopapier verkauft, die Freiheit der Kunden gefährden Seidentaschentücher zu kaufen oder so…



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