Was soll einem schon passieren, der einfach nur eine friedliche Demo besuchen möchte und ganz brav mit der Polizei kooperiert und sein Leatherman bei eben dieser zur Verwahrung abgeben will? Nicht viel, Festnahme, erkennungsdienstliche Behandlung und ein paar Stunden in der Zelle (Mirror des Textes, da Markus' Blog derzeit nur schwer erreichbar ist) – ohne zu wissen, was einem überhaupt vorgeworfen wird. Ach ja, eine Tasse Tee und immer wieder den Hinweis auf Befehle und Anweisungen, die die Beamten zu befolgen hätten, gibt es auch…
Ebenfalls schockierend fand ich wie der Staatsapperat einmal ins Rollen gebracht, nicht wieder zu stoppen war. Persöhnlich kann man wohl kaum einem der Beteiligten der Exekutive einen Vorwurf machen – ein Jeder der Beteiligten konnte sich darauf berufen nur Befehle und Anweisungen ausgeführt zu haben. Diese Argumentation habe ich bisher nur von Angehörigen ehemaliger Unrechtsregimen gehört – ich habe mir eigendlich immer verboten ernsthaft zu glauben, daß so etwas im Rechtsstaat Bundesrepublik Deutschland tatsächlich möglich ist – wurde aber schmerzlich eines besseren belehrt.
Klar ist es keine gute Idee, ein Leatherman oder ein Taschenmesser mit zu einer Demo zu nehmen, aber noch viel dämlicher ist es seitens der Polizei jemanden, der freiwillig vor einer Demo so ein Teil abgeben will – also offensichtlich das Ding eben nicht als Waffe mit sich führt und schon gar nicht auf der Demo einsetzen will – anzuzeigen, festzunehmen, erkennungsdienstlich zu behandeln und ein paar Stunden einzusperren. Was bitte schön soll denn das? Und immer schön auf die Anweisungen und Befehle hinweisen – ist selber denken bei solchen Einsätzen verboten? Und da sag‘ noch mal einer, wir mögen doch bitte der Polizei vertrauen – wenn man Angst vor vollkommen überzogenen Maßnahmen von der Festnahme bis zu Prügel haben muss fällt Vertrauen echt nicht leicht…


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